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Bündner Jäger sollen dieses Jahr 5430 Hirsche erlegen

In Graubünden setzen zu viele Hirsche, Rehe und Gämsen den Wäldern mit Verbiss zu - trotz ersten Erfolgen bei der Reduktion der Bestände. Die Behörden wollen den Jagddruck auf das Schalenwild erhöhen.

Agentur
sda
05.07.22 - 14:27 Uhr
Aus dem Leben
Trotz erster Erfolge: Jäger müssen erneut viel Wild schiessen.
Trotz erster Erfolge: Jäger müssen erneut viel Wild schiessen.
Bild Olivia Aebli-Item

Auf der diesjährigen Jagd sollen die Grünröcke 5430 Hirsche erlegen, wie das Amt für Jagd und Fischerei am Dienstag mitteilte. Das sind zwar 135 weniger als 2021. Weil aber die Hirschpopulation etwas zurückging, ist der vorgesehene jagdliche Eingriff dennoch leicht höher als im Vorjahr.

Der Hirschbestand in Graubünden habe seit dessen Maximum im Jahr 2019 um sechs Prozent oder knapp 1000 Tiere reduziert werden können, schrieb die Jagdbehörde. Diesen Frühling lebten in Graubünden demnach noch 15'660 Hirsche.

Das Amt schreibt die Reduktion der Jagd zu. Die Entwicklung der Hirschbestände in verschiedenen Regionen zeige, dass die Arbeit der Jägerinnen und Jäger Früchte trage und das Ziel der Reduktion schrittweise umgesetzt werden könne, hiess es in der Mitteilung. Gemäss der Strategie «Lebensraum Wald-Wild» wird in besonders betroffenen Gebieten eine Dezimierung der Hirschbestände um mehr als 15 Prozent angestrebt.

Wegen der problematischen Wald-Wild-Situation sollen auch Rehe und Gämsen verstärkt bejagt werden. Dazu sollen «Massnahmen» in der Jagdplanung umgesetzt werden.

Wolf und Luchs dezimieren die Rehe

Druck vom Wald nehmen auch die Grossraubtiere. In Regionen mit hoher Präsenz von Wolf und Luchs können laut den Experten des Kantons die Rehvorkommen deutlich abnehmen. In bestimmten Gebieten geht auch die Zahl der Gämsen zurück.

Besonders auffällig ist das im Bündner Oberland. Wobei dort schneereiche Winter dem Wild zusätzlich zusetzten.

Das sei gut für den Wald und für die Tierbestände wenig problematisch, hatte dazu schon letztes Jahr der stellvertretende Amtsleiter Hennes Jenny der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gesagt. Der Kanton reagiert aber auf die «sehr starke Abnahme der Reh- und Gämsbestände in der Surselva» und schränkt die Jagd in dieser Region wie 2021 ein.

Ein weiteres «Sorgentier» der Jagdbehörde ist das Wildschwein. Dessen Bestände nehmen stark zu, wenn auch nur im unteren Misox. Im Gegensatz zu Hirsch und Reh schädigt das Schwarzwild nicht den Wald, sondern das Kulturland.

Erfreuliches berichtet das Amt für Jagd und Fischerei über die Situation des Niederwildes. Die Bestände seien gesund, insbesondere die des Feldhasen und des Birkwilds. Diese Arten würden «nach wie vor sehr gut gedeihen».

Die Jagdvorschriften hätten sich bewährt. Zudem seien sich die Jägerinnen und Jäger ihrer Verantwortung bei der Ausübung der Niederjagd bewusst und würden sich mit der Hege aktiv für diese Arten einsetzen.

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