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So könnt ihr euch über viele tierische Gartenbesucher freuen

So könnt ihr euch über viele tierische Gartenbesucher freuen

Es herbstelt: Das Laub verfärbt sich, und es ist kühler geworden. Zeit, den Garten für den Winter vorzubereiten. Wir haben ein paar Tipps, wie ihr das möglichst tierfreundlich machen könnt. 

Südostschweiz
vor 1 Woche in
Aus dem Leben
Im Laub: Igel finden Unterschlupf in den Herbstblättern. Idealerweise werden diese unter Ästen angeordnet, damit der Wind sie nicht wegweht.
Bild Pexels

Im Garten ist der grösste Teil des Gemüses geerntet, das Laub fällt auf den Boden. Zeit, Vorbereitungen für den Winter zu treffen. Wie kann der Garten so gepflegt werden, damit möglichst viele Tiere Verstecke finden zum Schlafen und Gelegenheiten zum Fressen?

Ein bisschen Chaos ist super

Als erste und beste Möglichkeit für einen naturnahen und tierfreundlichen Garten nennt Benjamin Guntli von der Urech Garten AG die Gartengestaltung. Also verschiedene einheimische Sträucher und Bäume anpflanzen und dabei bewusst, Nischen für die Kleintiere schaffen. «Und vom perfekten, ebenmässigen Golfrasen wegkommen. Dieser ist vielleicht etwas fürs Auge, aber den Tieren bietet er weder Nahrung noch Unterschlupfmöglichkeiten.»

Weiter empfiehlt Guntli, im Herbst so wenig wie möglich zu machen. Blütenstände sollte man stehenlassen, die Sträucher mit Bedacht schneiden und das Laub und das Schnittgut auf einen Haufen aufschichten. Fallobst, das man nicht selbst isst, soll als Futterquelle für die Tiere liegen bleiben. Die Beete können die Gartenbesitzerinnen und -besitzer mit Stroh oder anderem Mulchmaterial abdecken.

Vogelbeeren und Königskerzen für den Winter

Futterquelle auch im Winter: Der Vogelbeerbaum trägt Früchte bis in den Winter hinein.
Bild Pexels

Wer in seinem Garten Pflanzen haben möchte, die Tieren im Winter Nahrung bieten, kann sich zum Beispiel einen Vogelbeerbaum anschaffen oder Königskerzen. Die Vogelbeeren tragen Samen und Früchte weit in den Winter hinein und dienen so als Nahrungsquelle, erklärt Josia Orlik von Pro Natura Graubünden. Auch Stauden wie Königskerzen seien wertvoll, da in den verwelkten Stängeln zum Beispiel Wildbienen ihre Eier ablegen. Im November beginne wieder die Zeit, in der man Gehölze pflanze. «Eine gute Gelegenheit also, den Garten mit Sträuchern wie dem Schwarzdorn, dem gemeinen Schneeball oder dem Vogelbeerbaum zu ergänzen.»

Viele Tiere ziehts ins Laub

Das Laub, das im Garten anfällt, werde am besten an ein wenig versteckten Orten – beispielsweise unter Sträuchern und Hecken – liegengelassen, erklärt Orlik. «Um zu verhindern, dass der Wind die Blätter wegweht, können die Laubhaufen zusätzlich mit ein paar dicken Ästen beschwert werden.» Die Liste der Tiere, die im Herbstlaub Unterschlupf finden würden, sei lang, erklärt der Umweltingenieur. Als Beispiele nennt er die Igel, Siebenschläfer, Erdkröten, Marienkäfer und Laufkäfer.

Vögel nur in Ausnahmewintern füttern

Von Futterstellen für Vögel rät Guntli grundsätzlich ab. «Wenn der Winter ausserordentlich hart ist, können Futterstellen für Vögel eingerichtet werden. Im Normalfall ist es aber nicht nötig oder sogar kontraproduktiv.» Die Standvögel würden sich dann ganzen Winter über die Bäuche mit Futter vollschlagen, während die Zugvögel nach einer langen Reise erschöpft zurückkämen. Das dadurch entstehende Ungleichgewicht könne dazu führen, geschwächten Zugvögel keine Nistmöglichkeiten mehr finden. Die grösste Unterstützung für die Vögel biete man, indem man Wert auf einen naturnahen Garten mit vielen Nistmöglichkeiten und natürlichen Futterquellen lege, ergänzt Orlik.

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