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Der Traum vom Luxuszweitheim wird immer häufiger Realität

Der Traum vom Luxuszweitheim wird immer häufiger Realität

Aufgrund der wechselnden Reisebeschränkungen verbringen immer mehr Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien in der Heimat anstatt wie gehabt im Ausland. Und das am liebsten im eigenen Zweitheim.

Jasmin
Schnider
vor 2 Monaten in
Aus dem Leben
Ferienwohnungen in Gemeinden wie St. Moritz sind zurzeit sehr gesucht.
Olivia Aebli-Item

«Machen Sie Ferien in der Schweiz», forderte Bundesrat Ueli Maurer letzten Frühling vom Parlament an der Frühlingssession. Diesen Satz nahmen sich wohl viele Schweizerinnen und Schweizer zu Herzen, denn Ferien in der Schweiz sind noch immer im Trend. Der Bedarf an einer Ferienwohnung oder gar einem Ferienhaus ist dementsprechend gross.

 «Zweitwohnungen im Engadin sind gesuchter als noch vor der Coronapandemie», sagt Sascha Ginesta vom Immobilienunternehmen Ginesta gegenüber TV Südostschweiz. Zurzeit suchen gemäss Ginesta doppelt so viele Personen nach einer Zweitwohnung im Engadin wie noch im Frühling 2020.  Bevor das Immobilienunternehmen eine Wohnung verkauft, werden jeweils 250 Interessenten benötigt. Diese werden nun schneller erreicht, erklärt er. «Vor Corona dauerte es rund 9 Monate, bis sich 250 Personen für eine 2,5 Millionen Franken teure Wohnung interessiert haben. Jetzt dauerte es noch knapp ein bis zwei Monate.»

Viele Interessierte aus der Schweiz

Die Immobilienfirma hat sich auf den Verkauf von Luxuswohnungen fokussiert. Eine klassische Zweitwohnung im Oberengadin koste beispielsweise zwischen 2 und 2,5 Millionen Franken, so Ginesta. Wohnungen in St. Moritz seien etwas teurer. Leisten wollen sich diese Wohnungen hauptsächlich Personen aus der Schweiz, so Ginesta. Wie schon vor der Coronapandemie käme der Grossteil der Kundschaft von Ginesta Immobilien aus den Kantonen Zürich, Zug, Aargau und Teilen der Ostschweiz. Nur wenige Kunden stammen aus dem Ausland, wie er erklärt. Generell hätten die klassischen Käufer der Ferienwohnungen dieselbe Herkunft, wie die klassischen Hotelgäste der jeweiligen Destination, erklärt der Immobilienmakler. 

Zweitwohnungen sind schon länger begehrt

Bereits vor der Pandemie seien Zweitwohnungen im Engadin gefragt gewesen. Das habe mehrere Gründe, erklärt Ginesta. Generell hätten Winter- sowie Sommertourismus in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt, was zu einer Zunahme zur Nachfrage führte. Dazu käme das Zweitwohnungsgesetz, welches das Schweizer Stimmvolk im Jahr 2012 annahm. Durch den Baustopp könne das Angebot an neuen Ferienwohnungen nämlich nicht weiter wachsen, erläutert der Immobilienmakler. Weiter nutzen viele Personen eine Zweitwohnung aber auch als Kapitalanlage, fährt er fort.

Die Gründe für die erhöhte Nachfrage

Die Coronapandemie habe diese Zunahme der Nachfrage weiter verstärkt, fährt Ginesta fort. Das liege unter anderem daran, dass viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien nicht im Ausland verbringen konnten. «Viele haben das erste Mal ihre Ferien hier verbracht und weil es ihnen so gefallen hat, haben sie sich eine Zweitwohnung gekauft», erklärt er. Hinzu kommt, dass der Anspruch an das eigene Zweitheim gestiegen ist. Vor der Coronapandemie verbrachte ein Grossteil der Zweitwohnungsbesitzer nur wenige Wochen in der Ferienwohnung. Der Komfort musste demnach nicht sehr hoch sein. Eine kleinere Wohnung mit simpler Einrichtung habe oftmals ausgereicht, erklärt Ginesta. Dies habe sich in vielen Fällen geändert. Dank des Homeoffice-Aufschwungs verbrächten die Zweitheimischen auch ausserhalb ihrer Ferien Zeit in ihrem Zweitheim. Dementsprechend würden auch die Ansprüche an die Wohnungen steigen, was Luxuswohnungen gefragter mache, so der Immobilienmakler.

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Warum finde ich das schlechten Journalismus?
1) Schleichwerbung für Makler Ginesta (der Hinweis: "ein Immoprofiteur, Name der Redaktion bekannt", würde genügen).
2) Der Titel "Der Traum vom Luxuszweitheim wird immer häufiger Realität" und der Text "Der Bedarf an einer Ferienwohnung oder gar einem Ferienhaus ist dementsprechend gross" stehen in offensichtlichem Gegensatz zu "Zweitwohnungsgesetz, welches das Schweizer Stimmvolk im Jahr 2012 annahm. Durch den Baustopp könne das Angebot an neuen Ferienwohnungen nämlich nicht weiter wachsen".
Mein Fazit:
Es gibt kaum mehr Zweitwohnungen, sondern es wird sich bloss mehr gebalgt um die Vorhandenen (Preistreiberei). Für die meisten Menschen dürfte eine Zweitwohnung ein Traum bleiben.
Wesentliche Fragen sehe ich in diesem Artikel nicht behandelt:
► Zweitwohnungen sind quasi eine Verdopplung der Wohnfläche einer Person in der Schweiz: Man hat zwei Wohnungen, und egal wie lange man in der einen sich aufhält, die andere steht leer (kalte Betten).
► Die heutige Öko-Forderung lautet sogar: Man sollte "weniger" als eine Wohnung haben, das heisst, eine kleinere Erstwohnung, als es durchschnittlich heute gibt, plus Verdichtetes Bauen zusätzlich.
► Wobei wir aber auch bei der Frage sind, warum die Menschen derart aufs "Fahren", Flüchten fixiert sind: primär, weil das Erstwohnen tendenziell eher Hölle statt Paradies/Castle ist, gemäss meine Forschung, jedoch durch die Massenfluchtbewegung (die Lärm und Abgase erzeugt) verschlimmert sich der Teufelskreis weiter.
Meine Lösung für Gesundheit und Klima:
Erstwohnen muss zum Paradies werden:
Siehe meine Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2021-08-15/in-der-pandemie-…
https://www.beobachter.ch/wohnen/eigentum/maiensasse-kosten-mittlerweil…
wo.re 12.08.2021 - 03:52
Wohnen-Fantasiepreise: teils ohne fliessend Wasser/Warmwasser/WC im Haus; zugig, kalt, gar ohne Strom, Internetkabel? Warum? Es geht beim Wohnen primär nicht um die Wohnung, sondern ums Umfeld: Lärm und Abgase (wie etwa Passivrauchenpflicht für chronisch Atemwegskranke im Schlafzimmer, obwohl IN und UM Schulen und Kindergärten Rauchverbot gilt), praktisch 24h/Tag: die WHO definiert Luftverschmutzung und Stress (primär durch Lärm) als grösste Gesundheitsgefahren unserer Ära. In jeder Mieterumfrage ist Lärm zuoberst in der Sorgenliste. Der Beobachter schrieb anno 2000: «Für eine ruhigere Wohnung würden 54 Prozent der Befragten einen höheren Mietzins bezahlen – in der Regel zwischen 200 und 500 Franken mehr pro Monat.»
Mein Vorschlag (weil Maiensäss-Wohnen den Landschaftsschutz löchert und eh nur für die wenigsten zugänglich ist): Wohnengesundheit gerade für diejenigen, die es am nötigsten haben: Aufzupäppelnde. Eine Stille-Siedlung hier (mit unknallbaren Türen/WC-Deckeln, Trittschall-Verhinderung, etc.) wäre sogar nicht teurer als eine günstige 0815-Wohnung; und eine Lärmenthusiasten-Siedlung dort. Ergebnis: Verdichtetes Wohnen in Waldkurqualität. turnaround-to-eden (im Internet).

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