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Gemeinde S-chanf spricht für Hotel Scaletta erneut Geld

Gemeinde S-chanf spricht für Hotel Scaletta erneut Geld

Die Einwohnerinnen und Einwohner von S-chanf haben über die Zukunft des historischen Hotels Scaletta abgestimmt. 

Südostschweiz
vor 3 Monaten in
Aus dem Leben
Wieder Leben einkehren: Das Hotel Scaletta soll in Zukunft wieder 38 Zimmer für Gäste sowie ein Restaurant anbieten. 
Pressebild

An der Gemeindeversammlung vom 9. Juni stimmten die Einwohnerinnen und Einwohner von S-chanf unter anderem über die Zukunft des historischen Hotels «Scaletta» ab, wie es in einer Mitteilung der Stiftung Scaletta S-chanf heisst. Die Versammlung bewilligte mit einer klaren Mehrheit einen sogenannten A-fonds-perdu-Beitrag in der Höhe von 1,5 Millionen Franken zur Sanierung des Hotels. Damit sei ein entscheidender Grundstein zur Wiederbelebung des Dorfkerns gelegt worden. 

A-Fonds-perdu-Beitrag Als a-Fonds-perdu-Beiträge werden finanzielle Beiträge bezeichnet, die nicht zurückbezahlt werden müssen. Beziehungsweise verzichtet die öffentliche Hand von vorneherein auf die Rückzahlung oder Gegenleistung. 

Zurück zum Ursprung

Seit rund acht Jahren steht das Hotel «Scaletta» in S-chanf ungenutzt und leer am Dorfplatz, wie es weiter heisst. Bevor das Hotel 2013 seine Tore schloss, wurde das Gebäude über hundert Jahre durchgehend als Hotel genutzt. Nun solle wieder Leben im Haus und somit im Dorfkern einkehren. «Es ist traurig, mit anzusehen, wie ein Haus mit solch einer Strahlkraft, einer 130-jährigen Hotelgeschichte und einer so wertvollen Bedeutung für das Dorf ungenutzt bleibt und langsam zerfällt», wird Fredi Gmür, Präsident der Stiftung Scaletta S-chanf, in der Mitteilung zitiert. 

Das Haus soll künftig als Boutique-Hotel im mittleren Preissegment genutzt werden. Geplant sind 38 Zimmer, ein kleiner Wellnessbereich und ein Restaurant. Laut der Stiftung wird darauf geachtet, dass die Bausubstanz sowie das historische Dorfbild weiter erhalten bleiben. Weiter geplant ist ein Restaurant für Gäste sowie Einheimische im ehemaligen Stall-Annex. Hotel und Restaurant würden barrierefrei zugänglich sein. Weiter heisst es, das Gebäude werde saisonal wechselnd zur bewohnbaren Galerie, sodass Kunst und Kultur regionaler Galerien und Kunstschaffenden Platz fände.

Mehrere Millionen Kosten

Die Investitionskosten für den Kauf der Liegenschaft und für die Sanierung belaufen sich insgesamt auf rund 16,8 Millionen Franken. Nebst dem gesprochenen A-fonds-perdu-Beitrag der Gemeinde soll die Finanzierung mit Fördergeldern, zinsvergünstigten Darlehen der öffentlichen Hand sowie Gönnerbeiträgen und zusätzlich generierendem Stiftungskapital und Fremdkapital der Bank erfolgen. Für die Erarbeitung des Vorprojekts sprach die Gemeinde schon Ende August 2020 300’000 Franken zu. Im April 2021 folgte das Baugesuch, das vor Kurzem bewilligt wurde. 

Nach dem Umbau solle das Hotel «Scaletta» wieder ein Treffpunkt für Einheimische und Touristen sein. Zudem sei ein Ziel des Projekts auch, neue Arbeitsplätze für 20 Personen und eine Wertschöpfung für das Dorf und Region zu schaffen. Die Verantwortlichen gehen dabei von etwa 16’000 Logiernächten pro Jahr aus, wie es heisst. (fh/sz/paa)

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