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Die Pionierzeit des Fliegens in Davos

Die Pionierzeit des Fliegens in Davos

Die Kulturzeitschrift «Davoser Revue» widmet ihre neuste Ausgabe dem Thema «Fliegen». Das Spektrum reicht von den ersten Ballonfahrten von Davos aus bis bis zum Modellflug und Gleitschirmfliegen.

Davoser
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vor 3 Monaten in
Aus dem Leben
Bruchlandung auf der Matta: Walter Mittelholzer rast 1928 bei einer Notlandung ins Haus Stuppan.
zVg

1906 startet erstmals ein Gasballon in Davos. Das Ergebnis: Die «Augusta» überquert als wohl erster Ballon von der Schweiz aus die Ostalpen, erleidet aber Totalschaden: Der Ballonführer, ein Schweizer Offizier, setzt den Ballon im Veltlin in einen Gebirgsbach. In der «Wiener Luftschiffer-Zeitung» heisst es darauf, der Ballon habe bei der Landung eine «Anzahl Defekte erlitten, die nicht leicht wieder einmal vorkommen dürfte, nämlich 29 Einschnitte, drei Risse, 17 grosse Löcher, 50 kleine Löcher, sieben Bahnen waren ganz gerissen, fünf Bahnen quer gerissen».

Wie es dazu gekommen ist, wird minutiös – anhand eines Protokolls des Ballonführers – in der neusten Ausgabe der «Davoser Revue» zum Thema «Fliegen» aufgezeigt. Und klar wird beim Lesen der Ausgabe schnell, dass auch weitere Ballonflüge nicht ganz glimpflich ausgingen. 

Von Bruchlandungen … 

Klar wird zudem, dass Davos für Aviatiker schon früh eine grosse Anziehungskraft hatte. Den wohl ersten Flug mit einer Propeller-Maschine in der alpinen Landschaft unternahm 1912 der Westschweizer René Grandjean – und zwar mit einem selbst entwickelten Flugzeug, das er mit Skis versah. Als Start- und Landeplatz wählte der Flugpionier den gefrorenen Davosersee, von dem er mehrmals abhob – und bei einem Flug sogar zwei Mal den Kirchturm zu St. Johann in Davos Platz umkreisen konnte. Ihm nach folgte ein Jahr später Chariton Nikanorowitsch Slaworossow. Allerdings legte der Russe zunächst eine Bruchlandung hin. Abheben konnte er erst, nachdem er die Räder an seinem Fluggerät gegen Kufen eingetauscht hatte.

Die wohl bekannteste Bruchlandung in Davos legte jedoch 1928 der Flugpionier und Luftfotograf Walter Mittelholzer hin: Nach einem Motorausfall auf 3000 Metern über Meer musste er in Davos notlanden – und brachte sein Flugzeug erst in der Bretterwand eines Davoser Hauses zum Stillstand. Das halbwegs glimpflich ausgegangene Abenteuer bot reichlich Anlass für Spott, zumal Walter Mittelholzer der wohl bekannteste Schweizer Pilot seiner Zeit war. 1928 hatte er von Zürich aus bereits ganz Afrika bis nach Kapstadt überflogen – und eine Vorgängergesellschaft der nationalen Fluggesellschaft Swissair mitbegründet. 

 

Kunstvoller Segelflug: Günther Grönhoff im «Fafnir» 1932 über Davos. 
Ein Luftschiff erscheint: «Graf Zeppelin» im Herbst 1929 über Davos. 

… bis zur Swissair

Die «Davoser Revue» zeigt aber auch auf, dass es in Davos einen regulären Flugplatz – und sogar ein Flugtaxi gab. Ebenfalls thematisiert wird der Versuch der Fluggesellschaft Swissair, «the Greatest Ski-Lift in the World» zu etablieren – eine Luftfahrtverbindung vom Flughafen Zürich in den Wintersportort Davos. Abgerundet wird das Thema «Fliegen» in der neuesten «Revue» durch Geschichten zum Segelflug, zum Modellflug und zum Gleitschirmflug. 

 

Die seit 1925 erscheinende «Davoser Revue» hat zudem eine neue Webseite www.davoser-revue.ch. Auf dieser sind die Ausgabe «Fliegen» sowie weitere Ausgaben auch als pdf erhältlich. (pd)

 

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