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Durch die Kanti führt eine gigantische «Chügelibahn»

Viele Schulveranstaltungen fallen aus, Spass und Erlebnisse in der Schule werden immer seltener. Die Kommission «Applaus» der Kantonsschule Glarus hat daher ein besonderes Projekt realisiert.

Südostschweiz
07.05.21 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Von Klassenzimmer zu Klassenzimmer: Die Kantischülerinnen und Kantischüler tüfteln an einem Abschnitt der gigantischen «Chügelibahn» durch das gesamte Schulgebäude.
Von Klassenzimmer zu Klassenzimmer: Die Kantischülerinnen und Kantischüler tüfteln an einem Abschnitt der gigantischen «Chügelibahn» durch das gesamte Schulgebäude.
PRESSEBILD

von Peter Aebli*

Vom Fernunterricht blieben die Kantonsschule Glarus und die Sportschule Glarnerland in diesem Jahr verschont. Lernen über das Internet von zu Hause aus ist aus vielen Gründen problematisch und bringt nicht denselben Erfolg wie Unterricht in der Schule. Weggefallen sind jedoch viele Veranstaltungen vor allem in den Bereichen Sport und Kultur.

Engagierte Lehrpersonen arbeiten als Gruppe «Applaus» laufend an spannenden Projekten, die etwas anders als normale Schule ablaufen. Corona hat auch hier zu grossen Einschränkungen geführt, denn Veranstaltungen mit allen Lernenden sind fast nicht mehr möglich. Als Ersatz wurde kurzfristig die «Kettenreaktion» ins Leben gerufen – die Lehrerinnen und Lehrer zeigten sich flexibel und gingen sofort darauf ein. Was tun, wenn man sich nicht treffen darf? Man arbeitet in kleinen Gruppen im Klassenzimmer und verbindet den Anlass virtuell.

Kugel jagt durchs Gebäude

Eine kleine Glaskugel macht sich auf den Weg durch 25 Schulzimmer; dies auf einer gigantischen «Chügelibahn». Der Gesamtschulanlass war damit coronakonform und nur ein kleiner Trick musste eingebaut werden: Von einem Zimmer zum anderen bewegte sich die Kugel nur virtuell. Mindestens symbolisch war damit aber das ganze Event zu einem gemeinsamen Anlass verknüpft, und auf Video können die Lernenden sehen, was die anderen Klassen geleistet haben.

Kreativität ohne Grenzen

Die klassische «Chügelibahn» aus Holz hatte auch ihren Platz, aber vor allem wurde mit Dominoeffekten gearbeitet, und manche Kantischülerin oder mancher Kantischüler hatte dafür wieder einmal die Kinderspielsachen durchsucht und vielleicht die Brio-Eisenbahn in die Schule mitgebracht.

Das Video des «Kettenreaktion»-Events:

Die Sportschule setzte Akzente mit Bällen, eine Klasse liess Fotos von Lehrpersonen und Schulleitung wie Dominosteine umfallen; ja sogar fliegende Ballons wurden integriert. Echte chemische Reaktionen wurden jedoch von der Projektleitung verboten, ganz zum Leidwesen der Chemielehrer.

Wie gut der Gesamtschulanlass gelungen war, realisieren die Schülerinnen und Schüler erst jetzt, da alle Teilprojekte in einem Video miteinander verbunden sind. Bisher waren die einzelnen Schulklassen mehr ein Rad in einem System, und jeder und jede kannte nur einen kleinen Ausschnitt, weil wegen Covid-19 der Kontakt zwischen den einzelnen Klassen nicht erlaubt war. Nach grosser Arbeit für Schnitt und Vertonung liegt nun das Ganze vor und fasst die oft mit Witz entwickelten Kettenreaktionen zusammen.

*Peter Aebli ist Rektor an der Kantonsschule Glarus.

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