×

Das Volksgarten-Beizli fällt im Sommer wohl aus

Das Volksgarten-Beizli fällt im Sommer wohl aus

Der neue Gastronomiestandort im Volksgarten in Glarus hat wohl bald schon einen Pächter. Doch eine Einsprache blockiert zurzeit den Bau und den Beizlibetrieb in diesem Sommer.

Marco
Lüthi
vor 1 Woche in
Aus dem Leben
Dauerhaft: In der nordöstlichen Ecke des Volksgartens sollen auch künftig Einheimische, Gäste und Touristen die Idylle des Parks bei einem Beizlibesuch geniessen können.
PRESSEBILD GEMEINDE GLARUS

Im Volksgarten soll es ab diesem Jahr einen festen Platz für ein Freiluftbeizli geben. Die Gemeinde Glarus sucht derzeit mittels eines offenen Vergabeverfahrens nach einem geeigneten Betreiber, der in der nordöstlichen Ecke der Parkanlage in den kommenden fünf Jahren den Sommer über die Gäste bewirtet. Anfang März endete die dreimonatige Bewerbungsfrist. Eingegangen ist lediglich ein Bewerbungsdossier, wie die Gemeinde am Montag mitteilte, als sie über den Zwischenstand des Verfahrens informierte.

Die Bewerbung stammt von Gastronom Fabian Noser, wie dieser den «Glarner Nachrichten» bestätigt. Im Volksgarten ist der «Rollbar»-Betreiber kein Unbekannter: Bis im vergangenen Oktober bewies Noser während einer dreijährigen Versuchsphase der Gemeinde, dass sich der idyllische Ort im Herzen von Glarus mit einem Freiluftbeizli zusätzlich beleben lässt. Der Volksgarten avancierte innert kurzer Zeit zum beliebten Treffpunkt sowohl für Einheimische als auch für Touristen und Gäste.

«Rechnete mit Mitbewerbern»

«Ich habe mich ganz klar dazu entschieden, für dieses längerfristige Projekt im Volksgarten weiter zu kämpfen», begründet Noser seine Bewerbung. Dass er der einzige Bewerber ist, erstaunt ihn sehr: «Aufgrund des bisherigen Interesses und des attraktiven Standortes für ein Gastrobetrieb rechnete ich fest mit mehreren Mitbewerbern.» Bei der Gemeinde ging man indessen von drei bis vier Bewerbenden aus. «Natürlich wäre es spannender gewesen, mehrere Bewerbungen miteinander vergleichen zu können», sagt Gemeindepräsident Christian Marti. Aber am Ende komme es bei einem solchen Verfahren ausschliesslich auf die Qualität der Bewerbung und des Angebotes an. «Umso erfreulicher ist es deshalb, dass eine tolle, qualitativ hochstehende Bewerbung eingegangen ist.»

«Der Platz kann erst nach Abschluss des Baubewilligungsverfahrens genutzt werden.»
Christian Marti, Gemeindepräsident Glarus

Auch bei einer Bewerbung werde das Ausschreibungsprozedere aufgrund der hohen Anforderungen wie geplant umgesetzt, betont Marti. Eine vierköpfige Fachjury überprüft derzeit Nosers 80-seitiges Bewerbungsdossier eingehend. «Allenfalls müssen Punkte noch nachgebessert werden», sagt Marti.

Der definitive Zuschlagsentscheid durch den Gemeinderat soll dann bis Ende Mai erfolgen.

Spitzahorn muss doch nicht gefällt werden

Parallel zum Ausschreibungs- und Vergabeverfahren startete die Gemeinde im Dezember das Baubewilligungsverfahren für den neuen Gastrostandplatz im Volksgarten: Geplant sind ein gekieste Fläche von rund 45 Quadratmetern sowie Schächte für Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse. Das Baugesuch lag bis Ende Januar öffentlich für 30 Tage auf.

Zwischenzeitlich hat die Gemeinde aufgrund von Einwänden der kantonalen Fachstelle für Denkmalpflege und Ortsbildschutz die Gestaltung des Standplatzes in einzelnen Punkten angepasst. Das Projekt sei dadurch zusätzlich aufgewertet worden, sagt Gemeindepräsident Christian Marti. «Der vorhandene Raum kann so besser genutzt werden, ein Spitzahorn bleibt durch eine andere Werkleitungsführung erhalten und eine optimale Bepflanzung dient als natürlicher Sichtschutz auf die Nebenanlagen des Gastrobetriebes.»

Einsprache verzögert Baustart

Doch eine Einsprache gegen das Baugesuch verzögert den Baustart auf unbestimmte Zeit. Detailauskünfte zur Beschwerde könne man aufgrund des laufenden Baubewilligungsverfahren keine geben, sagt Marti.

Und solange die Einsprache nicht vom Tisch ist, ist ein Gastrobetrieb am bisherigen Standort im Volksgarten nicht möglich. «Der Platz kann erst nach Abschluss des Bewilligungsverfahrens wieder genutzt werden», sagt Marti.

Für die bevorstehende Aussensaison prüft die Gemeinde derzeit mit «Rollbar»-Betreiber Fabian Noser Alternativ-Standorte. «Einen Plan B zu haben, bin ich mir gewohnt», meint der Jungunternehmer. Sobald der Bundesrat die Aussengastronomie wieder erlaubt, will Noser schnellstmöglich loslegen. Denn: «Um überleben zu können, braucht es dringend wieder Tagesumsätze.»

Kommentieren

Kommentar senden