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Frau Holle war Stammgast im Januar

So viel Schnee gab es in der Stadt Glarus noch nie in einem Januar. Trotzdem war es leicht wärmer als im Schnitt.

Südostschweiz
01.02.21 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Zweimal ein halber Meter: Im Januar schneit es im Glarnerland gleich zweimal heftig. Doch Föhn und Regen blasen und spülen die weisse Pracht bald wieder weg – dort, wo ihnen nicht schon die Schneeschaufel zuvorgekommen ist, so wie hier in Mollis. Bild Sas
Zweimal ein halber Meter: Im Januar schneit es im Glarnerland gleich zweimal heftig. Doch Föhn und Regen blasen und spülen die weisse Pracht bald wieder weg – dort, wo ihnen nicht schon die Schneeschaufel zuvorgekommen ist, so wie hier in Mollis. Bild Sas

Frau Holle schüttelte im Januar ihre Kissen wie selten zuvor. Schon zur Monatsmitte lag im Glarner Hauptort mehr als ein halber Meter Schnee. Am 14. Januar fielen 35 Zentimeter Neuschnee, und bis am Morgen des 17. Januars war die Schneedecke auf 65 Zentimeter angewachsen. Mit der folgenden Föhnphase schmolz die Schneedecke bis auf 17 Zentimeter.

Mit dem nächsten grossen Schneefall am 27. Januar wuchs die Schneeschicht aber erneut auf 65 Zentimeter. Mit dem Regen vom 28. bis zum 30. Januar schrumpfte der Schnee wieder auf 30 Zentimeter. An der Messstation im Klöntal betrug die maximale Schneehöhe am Morgen des 29. Januars 105 Zentimeter. Im Süden des Kantons erreichte die Schneeschicht schon am 17. Januar ihre grösste Mächtigkeit. In Elm wurden 127 Zentimeter gemessen und auf der Station Tierfehd 124 Zentimeter.

Niederschlagsrekorde

Die Niederschlagssumme für den Monat Januar erreichte in Glarus einen neuen Rekord. Mit 245 Millimetern wurde der alte Rekord aus dem Januar 1968 um gut 10 Millimeter übertroffen. Auch am Walensee gab es den nassesten Januar seit Menschengedenken. Mit 261 Millimetern wurde in Weesen der Rekord von 1968 ebenfalls übertroffen. Viel Niederschlag gab es auch in Braunwald und Elm. In Braunwald wurden 397 Millimeter verzeichnet. Der Rekord von 510 Millimetern, ebenfalls aus dem Januar 1968, blieb unangetastet, ebenso der zweithöchste Wert aus dem Januar 2018 mit 507 Millimeter, notabene also erst vor drei Jahren.

Der Januar 2021 war in weiten Teilen der Schweiz zu kalt. In der Stadt Glarus war es im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 allerdings rund 0,7 Grad zu warm. Dies hatte vor allem auch mit der langen Föhnphase zu tun. Im Vergleich zu den letzten dreissig Jahren entsprach die Temperatur allerdings genau dem langjährigen Schnitt. In Elm war es dagegen eindeutig zu kalt mit einem Defizit von 0,7 Grad.

In der ganzen Schweiz war der vergangene Monat deutlich zu trüb. Bei uns im Kanton hielt sich der Schaden hingegen noch in Grenzen. Im Hauptort zeigte sich die Sonne immerhin während 47 Stunden. Dies entspricht rund 90 Prozent des langjährigen Mittels. Im Mittelland und am Jura gab es stellenweise nur 30 Prozent des eh schon spärlichen Januar-Sonnenscheins. In Elm ist die Sonne in den Wintermonaten generell ein seltener Gast. Dort reichte es nur für 12 Stunden.

Weiterhin kein Hoch

Auch in den kommenden Tagen bleibt es nördlich der Alpen unbeständig. Allerdings wird es in den kommenden Tagen nochmals milder, und so wird es bei uns im Kanton zunächst kaum mehr für Schnee bis auf den Talboden reichen. Gegen Ende der Woche dürfte sich wieder Föhn einstellen.

*Der Glarner Felix Blumer ist Meteorologe bei Schweizer Radio und Fernsehen.

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