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Späte Wärme sorgt für Plagegeister

Die warmen Temperaturen der vergangenen Wochen sorgen dafür, dass Fruchtfliegen länger überleben. Ihr könnt Euch selbst gegen die Plagegeister wehren oder delegiert das –​​​​​​​ an fleischfressende Pflanzen und Wetter.

David
Eichler
Mittwoch, 11. November 2020, 04:30 Uhr Fruchtfliegen

Im Umfeld unserer Redakteure häufen sich die Meldungen über eine wahre Fruchtfliegenplage. «Huara Viecher» oder «wo kommen die denn jetzt überall her» bekommen wir zu hören. Das Wetter der vergangenen Wochen könnte Ursache für die Massen dieser Plagegeister sein.

Der Sommer war sehr warm, der September mild, mit vielen Sommer- und Hitzetagen. Die letzten Tage des Oktobers brachten schliesslich kühleres Wetter, begleitet von kräftigen Regenfällen.

Günstiges Wetter

Warme Temperaturen in Verbindung mit Feuchtigkeit schaffen ideale Bedingungen für Fruchtfliegen, wie Marco Frey, Werkführer Obst- und Gartenbau des landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums Plantahof, bestätigt: «Wir hatten bisher noch keinen längeren Kälteeinbruch mit Temperaturen unter null Grad. Von daher kann es sehr gut sein, dass in der Region im Moment mehr Fruchtfliegen vorkommen.»

Ausserhalb der Norm sei die Zahl der Fruchtfliegen im Moment jedoch nicht. «Allenfalls haben die warmen Temperaturen der vergangenen Wochen dazu beigetragen, dass eine zusätzliche Generation Fruchtfliegen herangewachsen ist.» Man dürfe sich von den herbstlich verfärbten Bäumen nicht täuschen lassen. Auch jetzt noch sei es viel zu warm. «Im Frühling blüht es bei Temperaturen, wie wir sie im Moment haben.» Bei der ersten längeren Kälteperiode sei die Zeit der Fruchtfliegen jedoch gezählt, ergänzt Frey.

Über Früchte ins Zuhause

Fruchtfliegen halten sich, wie ihr Name schon sagt, gerne dort auf, wo Obst liegt. Je reifer desto anziehender. Fruchtfliegen legen ihre Eier auf Früchten ab. Im Spätsommer und Herbst, wenn die Ernte beginnt, finden die geflügelten Plagegeister den Weg in Wohnungen und Häuser.

Wer die zwar harmlosen aber lästigen Mitbewohner schnell wieder loswerden will, kann sich einiger Hausmittelchen bedienen.

Vorbeugen ist besser als heilen

Damit Fruchtfliegen gar nicht erst auftauchen, könnt Ihr folgende Tipps beachten:

  • Früchte und Gemüse gründlich waschen – und rasch aufessen.
  • Abfallkübel regelmässig leeren. Zudem hilft es, Essensreste in altes Zeitungspapier einzuwickeln.
  • Regelmässig lüften.
  • Rückstände von Säften, Wein und Essig so schnell wie möglich aufputzen.
  • Der Abfluss kann als Brutstätte dienen. Hier hilft es, ab und zu kochendes Wasser in den Abfluss zu giessen.

Was, wenn die Fruchtfliegen da sind?

Eine Fruchtfliegenfalle ist ziemlich rasch gebastelt. Dafür braucht Ihr ein kleines Glas, in das Ihr Fruchtsaft und etwas Essig giesst. Dazu kommt ein Tropfen Abwaschmittel. Saft und Essig locken die Fruchtfliegen an. Die Seife sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung des Gemischs zerstört wird und die Fliegen darin ertrinken.

Auch eine halbierte Zitrone, in die man Gewürznelken steckt, vertreibt die Fruchtfliegen. Und wer botanisch begabt ist, kann sich eine fleischfressende Pflanze wie die Venusfliegenfalle oder das Fettkraut zulegen und sie die Arbeit erledigen lassen. Wie auch immer Ihr Euch entscheidet. Der Fruchtfliegenjahrgang 2020 wird eh nicht mehr allzu lange durchhalten.

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