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Neue Steinschlaggalerie in der Ruinaulta

Zwischen Trin und Versam entsteht ab 2022 eine neue Steinschlaggalerie, um das Bahntrassee der Rhätischen Bahn (RhB) zu schützen. Für die Gestaltung des 15-Millionen-Bauwerks hat die RhB einen Wettbewerb ausgeschrieben. Nun steht der Sieger fest.

Südostschweiz
Montag, 19. Oktober 2020, 15:35 Uhr Bau-Wettbewerb

Auf dem RhB-Streckenabschnitt Trin – Versam sind Schutzbauten nötig, um die Bahnlinie vor Steinschlag und Murgängen zu schützen. Das hat eine Studie der RhB und dem Amt für Wald und Naturgefahren bereits 2018 aufgezeigt, wie die RhB in einer Mitteilung schreibt. Um die empfohlenen Schutzbauten zu konkretisieren, hat sie einen Projektwettbewerb ausgeschrieben. Die Aufgabe bestand in der Projektierung einer mindestens 265 Meter langen Galerie und ergänzenden Schutzmassnahmen, die sich insgesamt auf einen Abschnitt von 800 Metern erstrecken.

Zurückhaltend und dennoch sichtbar

Nun hat die Jury aus den eingegangenen 14 Projekten einen Sieger erkoren. Gewonnen hat der Vorschlag «Reflexiun» eines interkantonalen Projektteams aus Zürich, Klosters, Alpnach-Dorf und Küblis.

Ausschlaggebend für den Sieg des Projekts sei die Formsprache, wie Karl Baumann, Leiter Kunstbauten der RhB und Vorsitzender der Jury gegenüber TV Südostschweiz sagt: «Es ist ein Bauwerk, das zurückhaltend ist und sich trotzdem zeigt.» Die Steinschlaggalerie füge sich als selbstverständlicher Teil in die aussergewöhnliche Landschaft ein, wobei die talseitig geneigte Galeriedecke und die gegen den Hang geneigten Stützen es ermöglichen, dass Hangmaterial über die Galerie fliessen kann. Zu überzeugen vermochten auch die Ausgestaltungsvorschläge der übrigen Schutzbauten sowie ein Farbkonzept, dass dafür sorgt, dass sich die Schutzbauten optimal in die Umgebung einfügen. «Die Galerie soll mit hellem Baumaterial erstellt werden. So hell, wie sich auch die Ruinaulta zeigt», ergänzt Baumann.

Weniger Unterhaltsarbeiten dank Galerie

Die Bahnlinie Reichenau – Ilanz wurde 1903 gebaut und gemäss RhB sorgfältig in die Naturlandschaft eingebettet. Trotzdem stellt das Bahntrassee eine Trennlinie dar und verhindert, dass Material aus den unbewaldeten Steinhalden in den Rhein fliessen kann. Diese Trennung soll mit der Galerie als überfliessbares Bauwerk aufgehoben werden und der RhB in Zukunft den intensiven Unterhalt mit Murgängen ersparen.

Projektausstellung

Die aus der ganzen Schweiz eingereichten Projekte sind vom 20. bis 28. Oktober in der FHGR an der Pulvermühlestrasse 57 in Chur ausgestellt und können besichtigt werden. Mit dem Bau, der gemäss Baumann rund 15 Millionen Franken kosten wird, soll im Jahr 2022 begonnen werden. (dje)

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Weniger Unterhaltsarbeiten bei der RhB???? noch weniger geht wohl kaum...... Im Unterengadin rumpelt es und schlagt es bei de nDrehgestellen als würde man über ein Afrikanisches Gleis fahren. Nach Arosa hat es Eckige Gleise!!! Zu allem übel wird mit schweren triebzüge zusätzlich die Infrastruktur vermurkst!!!! Wiese hat die RhB im moment soviele Störungen???? Vermutlich wegen den konsequenten Unterhaltsarbeiten.