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Der etwas andere Schulstart

Am Montag beginnt in Graubünden wieder die Schule. Normalerweise wird dieser Tag zusammen mit den Eltern der Schulkinder gefeiert. Dieses Jahr macht das Coronavirus dies ein bisschen schwieriger. Sandra Locher Benguerel, Präsidentin der Bündner Lehrerinnen und Lehrer, und zwei Bündner Schulen erklären, wie der Schulstart mit Corona aussieht.

Südostschweiz
Freitag, 14. August 2020, 04:30 Uhr Nach der Coronakrise
Am Montag gehen viele Kinder wieder oder neu in die Schule.
SYMBOLBILD/PEXELS.COM

Die Sommerferien sind langsam zu Ende und das bedeutet, dass am Montag viele Bündner Schulkinder wieder in die Schule zurückkehren. An vielen Orten wird der erste Schultag traditionell mit einer Begrüssung und einem Eröffnungsanlass gefeiert. Dieses Jahr wird der Start in das neue Schuljahr jedoch anders ablaufen als vor einem Jahr.

Anpassungen für Kinder und Eltern...

Gabriela Rüdisühli, Schulleiterin vom Kindergarten und Primarschule Fideris-Furna-Jenaz-Schiers (Schulverband FFJS), erklärt: «Bei uns sieht der Schulstart je nach Standort unterschiedlich aus.» In Fideris finde ein Anlass wie gewohnt ohne Eltern am Mittwoch in der ersten Woche statt. In Furna dürften die Eltern dabei sein und es werde zusammen im Freien oder in der Turnhalle der Schulbeginn gefeiert und in Jenaz sei der Begrüssungsanlass abgesagt.

Und wie sieht es bei den Kleinsten aus? «Bei den Kindergärten ist es so, dass wir zusammen mit den Eltern in das Schuljahr starten. Die Lehrpersonen empfangen die Kinder und Eltern im Freien. Dann wird zusammen das Schuljahr begrüsst, beispielsweise in Form eines Liedes, und anschliessend gehen die Kinder ohne Eltern in die Zimmer», erklärt Rüdisühli weiter. 

Ähnlich handhabt die Schule Cazis die aktuelle Situation. Wie auf der Internetseite der Schule zu lesen ist, erfolgt die Begrüssung der Kinder in drei Etappen. Zudem werden die Eltern gebeten, die Kinder vor dem Schulhausareal zu verabschieden, da aufgrund der aktuellen Lage der erste Schultag ohne Eltern stattfindet.

... und Lehrerinnen und Lehrer

Es steht also ausser Frage, dass der Schulstart anders ist, als man ihn kennt. Das bestätigt auch Sandra Locher Benguerel, Präsidentin der Lehrerinnen und Lehrer Graubünden. «Der Normalbetrieb der Schulen zeichnet sich noch lange nicht ab. Solange das Virus vorhanden ist, werden weiterhin Massnahmen nötig sein. Die Gesundheit hat die höchste Priorität und danach richtet sich die Situation aus», meint sie gegenüber TV Südostschweiz. Dennoch freuten sich die Lehrpersonen sehr auf die Rückkehr. Die Schule sei nämlich ein wichtiger Ort der Begegnung und des Lernens und sie lebe vom direkten Austausch. Daher sei es schön, zusammen mit den Kindern im Schulzimmer starten zu können.

Anders ist aber nicht nur der Schulbetrieb selbst, sondern auch die Vorbereitung der Lehrpersonen. Benguerel sagt: «Inhaltlich bereiten die Lehrpersonen das Schuljahr wie gewöhnlich vor. Aber bei der Unterrichtsgestaltung müssen wegen Corona andere Kriterien beachtet werden.» Grundsätzlich sei die Situation aber nicht neu. Die Lehrpersonen seien sich gewöhnt so zu unterrichten und die Kinder wüssten wie sie sich in der Schule zu Verhalten hätten.

Noch nicht alles beim Alten

«Das, was bleibt, ist eine gewisse Unsicherheit. Darüber, wie sich die Pandemie weiterentwickelt und was für Auswirkungen die Lage auf die Schule hat», stellt Locher Benguerel fest und fügt hinzu: «Das Wort Corona schwingt noch überall mit und das ist eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten.»

Dieser Ansicht stimmt auch der Schulverband FFJS zu: «Ich denke, Corona wird uns noch eine Weile begleiten, sowohl in den Schulen als auch sonst im Alltag», sagt Gabriela Rüdisühli. Ihr Kollege, Lukas Bardill, Schulratspräsident vom FFJS ergänzt: «Der Schulbetrieb sollte jetzt richtig anlaufen. Aber klar ist, eine erhöhte Aufmerksamkeit ist wichtig, aber nicht in einem Mass, welches das Tagesgeschäft lähmt.» (bac/paa)

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