«Man kam zurück zu den effektiven Werten»
Als die Coronawelle über die Schweiz hereinbrach, erhöhte sich der Bedarf nach Freiwilligen augenblicklich. Aber auch die Freiwilligen meldeten sich zahlreich, um diverse Dienste zum Wohl der Allgemeinheit zu übernehmen. Benevol Graubünden Präsident Günther Engler über das, was war und das, was bleibt.
Als die Coronawelle über die Schweiz hereinbrach, erhöhte sich der Bedarf nach Freiwilligen augenblicklich. Aber auch die Freiwilligen meldeten sich zahlreich, um diverse Dienste zum Wohl der Allgemeinheit zu übernehmen. Benevol Graubünden Präsident Günther Engler über das, was war und das, was bleibt.
Fahrdienste, Pflege oder auch Unterstützung in der Kirche. Über 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung leistet auf die eine oder andere Art Freiwilligendienst. Die Stiftung Benevol in Graubünden bietet Informationen für Menschen, die sich freiwillig betätigen möchten, aber auch für Unternehmen, die auf Freiwillige angewiesen sind. Über das Portal finden die beiden Parteien zueinander. Der Präsident von Benevol Graubünden, Günther Engler, sagt, dass durch Corona die Wertschätzung für Freiwilligenarbeit gestiegen sei, und noch immer anhalte.
Freiwillige aus der Risikogruppe
Laut Engler sind die meisten Freiwilligen zwischen 50 und 70 Jahre alt. Auch wenn es aus jeder Alterskategorie Freiwillige gebe, so zentriere sich ein wesentlicher Bestandteil in diesem Alter. «Und hier haben wir ein erstes Problem. Jene Menschen, die als Corona-Risikogruppe gelten, wären auf einen Fahrdienst angewiesen. Doch oftmals leisten Menschen, die aufgrund ihres Alters selbst als Risikopatienten gelten, genau diesen Fahrdienst», erklärt Engler. Genau durch solche Begebenheiten habe man auch in der Bevölkerung vermehrt gemerkt, dass «Freiwilligenarbeit vielseitiger ist, als Trainer eines Fussballclubs zu sein.»
Während des Shutdowns hat die Nachfrage nach Freiwilligen zugenommen. Aber auch das Angebot. Deutlich mehr Menschen haben sich auf der Plattform angemeldet. «Wir haben die Plattform dann auch für Nicht-Mitglieder geöffnet. Und das ist sie immer noch», so Engler. «Wir mussten unsere Euphorie etwas bremsen. Wir haben dann ziemlich schnell dem kantonalen Führungsstab unsere Dienste angeboten.»
Aus den vergangenen Monaten nimmt Engler aber etwas besonders mit: «Man kam zurück zu den effektiven Werten. Die Menschen haben plötzlich ihre Nachbarn kennengelernt. Und man spricht wieder mehr über Freiwilligenarbeit.»
Danke sagen
Für die Zukunft wünscht sich Engler eine optimierte Koordination. «Wir haben uns vor drei Jahren für das Haus am Arcas beworben. Daraus wurde dann allerdings nichts, weil wir eine kantonale Stiftung sind. Aber eine zentrale Anlaufstelle wäre grossartig.» Und die Wertschätzung müsse steigen. «Unbezahlte Freiwilligenarbeit muss verdankt werden. Wir arbeiten daran, dies zu optimieren.»
Mara Schlumpf ist Redaktorin und Chefin vom Dienst bei «suedostschweiz.ch». Ursprünglich kommt sie aus dem Aargau, hat ihr Herz aber vor einigen Jahren an Chur verschenkt. Mehr Infos
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