Das Hotel «Schwert» in Netstal steigt wie Phönix aus der Asche
Das Wirte-Ehepaar Marlene und Jürg Weber erlebt nach dem Brand vom 30. Mai grosse Solidarität und viel Mitgefühl. Beide setzen alles daran, mindestens das Restaurant so schnell wie möglich wieder zu öffnen.
Das Wirte-Ehepaar Marlene und Jürg Weber erlebt nach dem Brand vom 30. Mai grosse Solidarität und viel Mitgefühl. Beide setzen alles daran, mindestens das Restaurant so schnell wie möglich wieder zu öffnen.
Von Hans Speck
Es ist schon fast wieder zwei Wochen her: Am Samstag, 30. Mai, brach im Gebäude mit dem Hotel «Schwert» an der Hauptstrasse in Netstal um zirka 17 Uhr ein Feuer aus. Rund 100 Leute der Feuerwehr Glarus rückten zum Einsatz aus und brachten den Brand rasch unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand, eine Person, die sich bei Brandausbruch im oberen Stock aufhielt, konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Doch es entstand hoher Sachschaden. Eine Besichtigung in Begleitung der «Schwert»-Wirtin Marlene Weber hat am Dienstag auf beeindruckende Weise das zerstörerische Ausmass gezeigt. Die grössten Schäden richteten die Elemente Wasser und Feuer im altehrwürdigen Hotel im Bereich des Dachstocks an, in dem das Feuer vermutlich ausbrach.
Traurig ist auch der Anblick des «Schwert»-Saals, der zuvor als Prunkstück galt. Im Saal hat vor allem das Löschwasser ganze Arbeit geleistet. Nach dem Brand hing die Gipsdecke durch. Sie musste wie zum Teil auch in anderen Räumen von einer einheimischen Spezialfirma komplett entfernt werden.
«Schockiert, aber dankbar»
Anlass zu mehr Hoffnung geben das Foyer, die Küche und das Restaurant inklusive der Wiggisstube. In diesen Teilen halten sich die Schäden in Grenzen, und darin sieht das Wirte-Ehepaar Weber auch eine echte Chance für eine baldige Wiedereröffnung. Allerdings werden auch dort wie überall die Instandstellungsarbeiten noch Wochen dauern.
Die Brandermittlungsbehörden sind immer noch daran, die Ursachen des Brandes bis ins letzte Detail abzuklären. Und wie es mit den oberen Stockwerken weitergeht, in denen sich die Hotelzimmer und Dachstockwohnungen befinden, müssen die Besitzer der Liegenschaft entscheiden.
Marlene Weber zeigt sich immer noch schockiert von den Ereignissen und vom Erlebten, aber auch unglaublich dankbar, dass keine Verluste von Menschenleben beklagt werden müssen. Und sie ist schon wieder voller Zuversicht und Optimismus. Ziel- und zukunftsorientiert und mit der leisen Hoffnung, dass ihr über alles geliebtes Hotel «Schwert» seine Türen bald wieder für Gäste öffnen kann, legen sie und ihr Mann Jürg selbst Hand an bei den Aufräumarbeiten.
Die Führung durch die von Feuer, Rauch und Wasserschäden schwer gezeichneten Hotelräume beginnt mit Marlene Weber im Parterre mit dem Restaurant und führt bis hinauf zum Dachstock. Im Gespräch danach erzählt die Gastwirtin unter anderem, wie sie und ihr Mann sich nach den tiefschürfenden Ereignissen fühlen, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen und ihre eigene Zukunft und die des Hotels «Schwert» sehen.
«Wir fühlen uns im Moment sehr leer», sagt Marlene Weber. «Erst hatten wir grosse Freude, nach der Coronakrise endlich wieder öffnen zu können.» Mit dem Paar hätten sich darauf auch die Gäste gefreut, «die es kaum erwarten konnten, unsere gute Küche wieder zu geniessen».
«Wir leben für unsere Gäste»
Entsprechend viele Anmeldungen seien am Pfingstsamstagabend eingegangen. «Dann kam der grosse Schock mit dem Brand.» Schon am gleichen Tag und bis heute dürfe das Paar «auf einer unglaublichen Welle der Sympathie und Solidarität reiten», wie Marlene Weber weiter schildert. «Das gibt uns Kraft für die Zukunft, zum Weitermachen».
Wie das aussehen wird, ist aber noch ungewiss. «Wir hoffen, dass wir unser Restaurant wie bis anhin weiterführen können», sagt Marlene Weber. «Denn unser ‘Schwert’ ist unser Leben. Wir leben für die Gastronomie und für unsere Gäste, deren Zufriedenheit und Wohlergehen unser oberstes Gebot ist.»
Was mit den oberen Stockwerken geschehe, müsse der Besitzer entscheiden. «Aber auch hier sind wir sehr zuversichtlich.» Nicht versäumen wollen es Marlene und Jürg Weber zudem, sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften für ihren Einsatz zu bedanken; ebenso bei allen Gästen, Freunden, der Bevölkerung von Netstal und des ganzen Kantons für die grosse Solidarität und Unterstützung. Denn: «Das war für mich und meinen Mann Jürg sehr berührend.»
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