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Bald dürfen wir wieder im Freien bräteln

Nach der Trockenperiode im April hat es in den vergangenen Tagen und Wochen einige Niederschläge gegeben. Dennoch herrscht im Kanton Graubünden noch absolutes Feuerverbot. Warum? Wir haben beim Feuerwehrinspektor nachgefragt.

David
Eichler
Dienstag, 12. Mai 2020, 09:47 Uhr Wegen Coronakrise
Es herrscht absolutes Feuerverbot im Kanton Graubünden - noch.
ARCHIV

In Graubünden herrscht seit Ende März ein absolutes Feuerverbot im Freien, wie der Übersichtskarte des Bundesamtes für Umwelt BAFU entnommen werden kann. Ausser in Graubünden und im Kanton St.Gallen, wo ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe herrscht, sind die Einschränkungen beim Feuermachen in der restlichen Schweiz weniger ausgeprägt. Es wird allenfalls zum sorgfältigen Umgang mit Feuer gemahnt. In den meisten Kantonen sind jedoch keine besonderen Schutzmassnahmen in Kraft.

Ressourcenschonung für Coronakrise

Der April war sehr trocken. Seit einigen Wochen fühlt sich die Bündner Natur für den Feuerlaien jedoch nicht mehr so – im wahrsten Sinne des Wortes – brandgefährlich an. Da taucht die Frage auf, warum der Kanton Graubünden – als einziger der Schweiz – das absolute Feuerverbot weiterhin aufrechterhält. Für Klärung sorgt Hansueli Roth, Feuerwehrinspektor im Kanton Graubünden: «Als Mitglied des Kantonalen Führungsstabes habe ich im März den Antrag gestellt, das Feuerverbot im ganzen Kanton zu erlassen.» Dies sei eine präventive Massnahme gewesen: «Im März wussten wir nicht, wie stark die Einsatzkräfte während der Coronakrise eingebunden sein würden.» Daher habe man, um Ressourcen für mögliche Coronaeinsätze zu schonen, das Feuerverbot beantragt.

Bald vorbei

Insofern hat das momentane Verbot keinen direkten Zusammenhang mit den vorhandenen oder nichtvorhandenen Niederschlägen der letzten Wochen. Normalerweise untersteht ein solches Verbot dem kantonalen Waldgesetz. In der ausserordentlichen Lage kann dieses jedoch umgangen werden, um beispielsweise, wie eben beim jetzigen Feuerverbot, sicherzustellen, dass Einsatzkräfte für andere Einsätze zur Verfügung stehen. «Ab Juni finden wieder Feuerwehrtrainings und Übungen statt. Entsprechend kann auch das absolute Feuerverbot aufgehoben werden», erklärt Roth weiter. Dies werde voraussichtlich am 20. Mai der Fall sein.

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