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Aus einer alten Deponie entsteht neuer Lebensraum

Die Altdeponie Dammigen zwischen Hätzingen und Haslen wird aufgewertet. Sie soll neuen Lebensraum für verschiedene Tiere bieten, wie für den Vogel des Jahres 2020.

Südostschweiz
Donnerstag, 30. April 2020, 04:30 Uhr Verschiedene Tiere profitieren
Neuntöter sind dafür bekannt, Grossinsekten auf Dornen aufzuspiessen.
PRESSEBILD

Eine Gründeponie erfüllt nicht nur für Menschen einen bestimmten Zweck. Meist ist sie auch Lebensraum für Fauna und Flora. Da die Deponie Dammigen ein besonderer Ort für den Neuntöter ist, der Vogel des Jahres 2020, taten sich die Gemeinde Glarus Süd und der Glarner Natur- und Vogelschutzverein bei der Rekultivierung zusammen, wie die Gemeinde mitteilt.

Die Aufhebung einer Deponie ist keine ungewöhnliche Gemeindeaufgabe. Doch bei der Deponie Dammigen schaltete sich Roland Meier ein. «Bis vor wenigen Jahren brüteten zwischen Haslen und Betschwanden vier Neuntöter-Vogelpaare», erklärt der Exkursionsleiter Projekte des Vogelschutzvereins Glarnerland. Und Meier ergänzt: «Nach Murgängen wurden die Runsen vom Waldrand bis zum Talboden stark aufgeräumt und geeignete Hecken entfernt. Dadurch verschwanden drei der vier dem Natur- und Vogelschutz bekannten Habitate. Nur in der Deponie Dammigen brütete ein Paar bis 2018.»

Daraufhin lancierten der Glarner Natur- und Vogelschutzverein (GNV), die Gemeinde Glarus Süd und die Kantonale Hegekommission ein gemeinsames Aufwertungsprojekt. Der Ort soll für Vögel wie den Neuntöter und weitere Tierarten aufgewertet und für die Zukunft gesichert werden.

Finanzielle Hilfe

Ursprünglich waren die Arbeiten mit Jagdlehrgängern geplant. Da coronabedingt das Stattfinden eines Lehrgangs in der Schwebe stand, sprangen elf Helfer des Feldornithologie-Kurses des GNV ein. Die Aufwertung konnte unter Berücksichtigung der Schutzmassnahmen vorgenommen werden.

Die Helfer pflanzten eine Niederhecke mit 20 verschiedenen Dornenbüschen. Zudem erstellten sie ein Ast- und ein Steinhaufen mit integrierter Wieselwohnung sowie ein Steinbett für die Spinnen- und Käferproduktion.

Die Gemeinde Glarus Süd lieferte die dafür notwendigen Arbeitswerkzeuge und Materialien auf den Platz. Und alle Pflanzen finanzierte schliesslich die Hegekommission. (eing/red)

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