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Neues Depot nimmt Fahrt auf

Seit dem Grossbrand im Churer Postauto-Depot im Januar 2019 stehen die Postautos in einem Provisorium. Das aber nicht mehr lange, denn nun liegt die Baubewilligung für den Wiederaufbau des Depots vor.

Anna
Panier
Freitag, 24. April 2020, 04:30 Uhr Wiederaufbau
Walter Schwizer (links) und Roland Tremp zeigen, wo das Depot wiederaufgebaut wird.
PHILIPP BEAR

Mehr als ein Jahr ist es her. Der 16. Januar 2019. Die Flammen loderten und der Rauch stieg über Chur auf. Die Sirenen heulten durch die Strassen. Es war die Nacht, in der das gesamte Postauto-Depot hinter dem Churer Bahnhof brannte. Ein Kurzschluss in einem zuvor abgestellten Postauto hatte zu dem Feuer geführt. 20 Fahrzeuge und das Gebäude wurden beschädigt, der Sachschaden beläuft sich auf über zehn Millionen Franken. Die Zeit nach dem Brand war gezeichnet von Bildern der Verwüstung, vielen Emotionen und langen Aufräumarbeiten.

Jemand, der das ganze Szenario hautnah miterlebt hatte, ist Roland Tremp, früherer Churer Stadtrat. In der besagten Nacht sass er in seiner Wohnung an der Scalettastrasse, direkt neben der Postgarage. Auch 15 Monate später sind die Erinnerungen an den Brand noch nicht erloschen. Aber es gibt die Chance auf einen Neustart, denn die Baubewilligung für den Wiederaufbau wurde gutgeheissen. Wie Roland Tremp, Vorsitzender der Baukommission Wiederaufbau Postautogarage, erklärt, beginnen die Bauarbeiten demnächst. Das bestätigt auch Walter Schwizer, Leiter Betrieb Ost von Postauto: «Den Baustart haben wir auf den 4. Mai terminiert. Denn die Baubewilligung liegt jetzt vor und die Finanzierung ist geregelt.»

Eins zu eins aber mit Änderungen

Nun gehe es in erster Linie um den Eins-zu-eins-Wiederaufbau des Postautodepots, stellt Schwizer klar. Es seien jedoch auch einige zusätzliche Arbeiten geplant. Unter anderem soll eine Sprinkleranlage Bestandteil des neuen Depots werden. «Die Sprinkleranlage wird überall dort eingebaut, wo Postautos abgestellt werden. Dazu gehört auch die Werkstatt der Thomann Nutzfahrzeuge AG», sagt Schwizer. «Auch in Zusammenhang mit der Entwicklung der E-Mobilität gibt es Erneuerungen, denn es wird ein zusätzlicher Traforaum gebaut.» Dadurch wolle Postauto auch in Zukunft flexibel sein, was die E-Mobilität betreffe.

Ebenfalls wird eine Fotovoltaik-Anlage am Rande des Hallendaches installiert. Laut Tremp haben sich die Verantwortlichen aufgrund der zukünftigen Stromproduktion für diese Anlage entschieden. So werde die Ausgangslage optimal genutzt. Verantwortlich für den gesamten Bau und die Architektur ist Konrad Maier von Konrad Maier Architektur und Planung GmbH in Chur. Wie Schwizer erklärt, belaufen sich die Wiederaufbaukosten insgesamt auf rund 3,6 Millionen Franken.

Einzug wegen Corona in Gefahr

In einer ersten Phase werden die eigentlichen Baumeisterarbeiten wie der Aushub und die Erstellung des Traforaums sowie des Raums für die Sprinkleranlage durchgeführt, wie Schwizer erzählt. Anschliessend ständen Elektroarbeiten für den Traforaum an und Stahlarbeiten für das neue Hallendach. Dieses soll nach Terminplan ab August 2020 aufgestellt und zügig fertig erstellt werden. «Wenn das Dach bis Ende dieses Jahres fertig ist, können die Postautos am ursprünglichen Platz betrieben werden und nicht im Provisorium auf der Oberen Au», betont Tremp. Im Frühling 2021 werde dann der gesamte Bau fertiggestellt.

Aufgrund der momentanen Lage rund um das Coronavirus besteht aber die Möglichkeit, dass der Terminplan nicht eingehalten werden kann. Denn die Lieferungen von Materialien könnten sich verzögern und die Arbeitsausführung könne aufgrund von Abstandsregeln länger dauern. Trotz möglicher Risiken und kommenden Herausforderungen blickt Schwizer der Zukunft zuversichtlich entgegen. «Der Wiederaufbau und der damit verbundene Neustart geben mir ein sehr positives Gefühl», so Schwizer.

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