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«Foodsharing Glarus» heisst jetzt «Ässä fair teilä GL»

Bereits zum dritten Mal haben sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer getroffen, um gemeinsam zu besprechen, wie sie ihr Projekt gegen die Verschwendung von Lebensmitteln weiter vorantreiben können.

Südostschweiz
Dienstag, 17. März 2020, 04:30 Uhr Gegen Foodwaste
3. Sitzung: Beni Landolt gibt den Leuten von «Ässä fair teilä GL» den jüngsten Stand des Projekts bekannt.
PRESSEBILD

Nach der 3. Sitzung von Foodsharing Glarus zeichneten sich immer klarere Konturen dazu ab, wie die «Lebensmittelrettung grösseren Ausmasses» in Glarus konkret aussehen werde, heisst es in einer Mitteilung. Aus dieser geht auch hervor, dass der Name geändert wurde, unter dem die Aktivistinnen und Aktivisten agieren. Neu lautet er «Ässä fair teilä GL».

Die Sitzung eröffnet habe Beni Landolt mit Erläuterungen zum aktuellen Stand des Projekts gegen Lebensmittelverschwendung. Danach ist das Herrichten der Räume im Güterschuppen abgeschlossen, in dem die geschenkten zwei Kühlschränke stehen werden, die zur Kühlung von Foodshare-Lebensmitteln gebraucht werden. So wurden im gleichen Raum auch Holzgestelle für die Lagerung von Esswaren montiert, die nicht gekühlt werden müssen. Nach einer gründlichen Reinigung und der Überprüfung durch den Lebensmittelinspektor werde nun an den letzten Erfordernissen gearbeitet.

Eröffnung fällt wohl schmaler aus

Für den provisorischen Start der Aktion stehen laut Mitteilung 15 Leute von «Ässä fair teilä GL» bereit. «Begleitend dazu werden neue ‘Lebensmittellieferanten’ akquiriert.» Zwei waren es bei der Lancierung des Projekts im November 2019: die beiden Glarner Geschäfte Milchzentrale Gössi und Chocafec. Dort werden Kakao und andere Agrarprodukte aus Ecuador angeboten. Das Ressort «Lebensmittellieferanten» werde Susanne Hämmerli mit Beni Landolt koordinieren.

Lakmali Fürer übernimmt das Ressort «Events», das die Organisation öffentlicher Anlässe und ihre Durchführung umfasst. So war bereits ein Eröffnungsanlass für «Ässä fair teilä GL» geplant. Er sollte am Landsgemeindesamstag, 2. Mai, im Güterschuppen in Glarus über die Bühne gehen. George Hug mit Band sollte mit weiteren Bands wie 5 & 1 oder Gregor Brothers Konzerte mit Countrymusik, Pop, Rock und Rap geben. «Musikalische Vielfalt gemischt mit informativen Begegnungen und kulinarischem Hochgenuss aus geretteten Lebensmitteln.» So lautete der Plan. Nun dürfte ihm vermutlich das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung machen.

Lauter «Foodshare-Agenten»

Eine der Aktivistinnen, die sich für «Ässä fair teilä GL» engagiert, ist Susan Stauffacher, die in Glarus wohnt und arbeitet. Sie sei vor zirka einem halben Jahr bei einem Anlass im Volksgarten auf Foodsharing aufmerksam geworden, wird in der Mitteilung ausgeführt. «Unter Bäumen ein grossartiges Bankett aus geretteten Lebensmitteln zum kostenfreien Genuss für Passanten», wird sie darin zitiert,«das hat mich nachhaltig fasziniert. Und mir wurde klar: Da machst du mit.»

Scherzhaft bezeichnet sie sich als «ausgewiesene Foodshare-Agentin», die in ein Team eingebunden sei, das einmal pro Woche Lebensmittel rette und an Interessierte weitervermittle. Dabei gewännen alle Beteiligten: «Helferinnen und Helfer, Gebende und Nehmende, die Glarner Bevölkerung, unsere Gesellschaft.»

Nur nachts wird geschlossen

«Essen statt wegwerfen.» So lautet die einfache Botschaft hinter der Aktion. Denn laut Angaben des gemeinnützigen Vereins Foodwaste.ch geht ein Drittel aller Lebensmittel in der Schweiz verloren. So würden über 2 Millionen Tonnen Esswaren pro Jahr weggeworfen. Fast die Hälfte davon stamme aus den Haushalten.

In Glarus werden die Lebensmittel vor dem Wegwerfen gerettet, indem sie Freiwillige in den Geschäften abholen. Dann werden die Sachen in der Nachbarschaft verteilt. Später sollen sie auch im Güterschuppen gelagert werden, wo jeder und jede während des Tages freien Zugang hat und sich bedienen kann. Nur nachts soll der Raum abgeschlossen werden. (eing/mar)

Weitere Informationen gibt es per Mail an fairteiler@bluewin.ch

 

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