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Flurnamenswissen: Sand

Dieses Mal geht es beim Flurnamenwissen und den Namen Sand. Der Name beschreibt nicht nur ein Teil des Erdbodens. Im Glarnerland ist der Name noch viel weiter verbreitet.

Südostschweiz
Samstag, 14. März 2020, 04:30 Uhr Vielfältiger Name
In Glarus findet man einige Sachen mit dem Namen Sand.
UNSPLASH

von Thomas Spälti

Sand-Namen gibt es viele im Glarnerland. Alleine in Linthal hat es 22 Sand-Namen. Sand ist im heute gängigen Sinn zu verstehen als Bezeichnung für ein «Stück sandigen Erdbodens» sowie als (sandiges) «Pflanzland, welches dem Flusse durch Wuhrung abgewonnen wurde».

Bei der Sandbank in Netstal holte man Sand aus der Linth zum Bauen. Oberhalb Netstal und Mollis gibt es je einen Fegsander. Dort gab es Sand, der ideal zum Fegen beziehungsweise Scheuern war. Der Sand wurde zusammen mit Schmierseife zum Reinigen benutzt.

Ebenfalls in Netstal gibt es die «Sandrütenen». Diese liegen direkt neben dem Löntsch, der auch sandiges Geschiebe mit sich brachte. Und als später dort Rütenen (Pflanzplätze) entstanden, war der Name gegeben.

Die «Sandbängg» ob Luchsingen sind der Moräne des Bächifirns geschuldet. In Linthal gibt es einen Gabrielen Sand. Dort wohnte ein Gabriel oder der Flecken gehörte einem solchen. Ebenfalls in Linthal gab es einen «Präsidenten-Sand». Heute wird er «Giessen-Sand» genannt, also der Sand, den der Giessen (Bach) bringt.

Bei Matt befindet sich mit «Sandwüschi» ein etwas spezieller Name. Das Wort «Wüschi» wird im Idiotikon explizit für den Kanton Glarus als «privates Laubholz zum Laubwischen für Streue für das Vieh oder für Laubsäcke für die Betten» erklärt. Vermutlich handelt es sich bei der Sandwüschi um sandigem Boden, auf dem Laub zusammengewischt wurde.

Der Oberurner Sand wurde bereits 1345 erwähnt: «in der Isla ein acker gelegen am Sand under den hüseren…»

Auszug aus dem Flurnamenbuch der Gemeinde Glarus, das im Herbst erscheinen wird.

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