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Das Glarnerland ist heute in Fridlis Hand

Zu Ehren unseres Landespatrons Fridolin brennen traditionell am 6. März im ganzen Kanton die Fridlisfeuer. Geschichtliches und ein Überblick.

Paul
Hösli
Freitag, 06. März 2020, 04:30 Uhr Landespatron Fridolin
Am 6.März brennen in Glarus die Fridlisfeuer.
ARCHIV

Das Fridlisfüür ist ein alter Glarner Feuerbrauch zum Gedenken an den heiligen Fridolin, Schutzpatron des Kantons Glarus. Im 6. Jahrhundert gründete der irische Wandermönch das Kloster Säckingen und christianisierte – so die Vita – das Glarnerland. Ursprünglich war es das Feuer der Kinder, heute ist das Fridlisfüür am 6. März eine Feier für die ganze Bevölkerung.

Vermutlich ist das Fridolinsfeuer aber kein rein christlicher Brauch. Vielmehr werden seine Ursprünge in der vorchristlichen Zeit vermutet. Auch an anderen Orten der Schweiz trifft man auf derartige Feuerbräuche, wie etwa das Sechseläuten.

Die Frühlingsfeuer sollen den Winter vertreiben und den Frühling ins Land einziehen lassen. Früher wurde von den Schulkindern in der Freizeit allerhand Brennbares aufgetürmt, wobei jede Gemeinde das grösste Feuer haben wollte. Es ging sogar so weit, dass konkurrierende Dörfer jeweils versuchten, das andere Feuer bereits im Vorfeld anzuzünden.

Wenn die Feuer entzündet werden, fehlen Mutproben und gemeinsames Rauchen von Zigaretten nicht – ungeachtet des sonst geltenden Schutzalters. Paffende Kinder gehören zur Tradition des Fridlisfüürs.

Übersicht der Fridlisfeuer im Glarnerland

Bilten: In Bilten findet kein klassisches Fridlisfüür statt. Mit Kerzen bestückte Holzschiffchen werden von Schülern auf dem Fridolinsbrunnen zum Schwimmen gebracht. Dies findet ab 18.30 Uhr statt. Es gibt einen Imbiss und Getränke, inklusive Alphornmusik. 

Oberurnen: Ab 18.30 Uhr Fridlisfüür auf der Wiese vor dem HPZ. Festwirtschaft.

Näfels: Das Feuer brennt auf der Sägewiese ab 18.30 Uhr. Es gibt Fridliwurst und Fridliwegge.

Netstal: Im Schlatt trifft sich ab 18 Uhr Jung und Alt in einem kleinen Zelt bei Gratiswurst, Brot und wärmenden Getränken.

Ennenda: Das Feuer auf Ennetrösligen wird um 18.30 Uhr angezündet. Es gibt einen Stand mit Snacks wie Würsten und Kuchen.

Mitlödi: Die Feier auf dem Ritzplatz beginnt um 19 Uhr.

Schwändi: Besammlung bei der Deponie ist um 19 Uhr. Das Feuer wird dann beim Eindunkeln entzündet.

Schwanden: Das Feuer auf der Matt wird beim Eindunkeln entzündet. Start der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Würste und Getränke.

Sool: Die Veranstaltung in der Trogsite startet um 19.15 Uhr. Der Dorfverein bietet Punsch und Glühwein an. Bei trockenem Wetter gibt es ein Outdoor-Fondue.

Nidfurn: Start auf der Bünt ist um 19 Uhr. Es gibt etwas zu Essen.

Haslen: Um 19 Uhr beginnt das Fridlisfüür-Fest beim Chappeliwald. 

Leuggelbach: Das Feuer beim Spielplatz wird nach dem Eindunkeln entfacht. Besammlung ist ab 19 Uhr. Es gibt Snacks.

Luchsingen/Hätzingen: Das Feuer wird auf dem Platz zwischen Luchsingen und Hätzingen angezündet. Beginn ist um 19 Uhr, es gibt Punsch.

Betschwanden: Der Dorfverein freut sich auf Gross und Klein zum geselligem Beisammensein ab 18.30 Uhr beim Diesbachfall. Zu Essen gibt es Wienerli und Brot, dazu Punsch.

Rüti: Das Anzünden auf dem Cheferstein im Hohlgand, im Wald 100 Meter oberhalb der Schulhausbrücke, erfolgt um 19 Uhr. Essen darf selber mitgebracht werden.

Linthal: Der Veranstalter ist sich bezüglich einer Durchführung unsicher.

Engi: Die Feier auf dem Sportplatz Wyden beginnt um 18 Uhr. Es gibt Gratis-Punsch, einen Grill und Getränke, inklusive musikalischer Unterhaltung. 

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