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Wenn Hundewelpen nicht nur «Jöö» bedeuten

Graubünden ist ein Grenzkanton. Dies wird auch bei der Einfuhr von Tieren ersichtlich. Immer mehr Hundewelpen werden nämlich illegal in die Schweiz importiert - mit grossen Konsequenzen.

Südostschweiz
Sonntag, 17. November 2019, 04:30 Uhr Illegale Einfuhr
Hundewelpen sind herzig, bergen aber - wenn sie aus dem Ausland kommen - erhebliche Tollwutrisiken.
PIXABAY

Tiere in ein anderes Land ein- oder ausführen bedeutet einen grossen administrativen Aufwand. Wenn sich jemand aber entscheidet, illegal ein Tier über die Grenze zu schmuggeln, kann dies grosse Konsequenzen und auch Gefahren haben. Trotzdem steigt die Zahl der unerlaubt eingeführten Tiere weiter an, wie ein Bericht der SRF-Sendung «10vor10» zeigt. Auch in Graubünden ist dieser Trend spürbar, schildert der Bündner Kantonstierarzt.

Die meisten Tiere kommen über Österreich und das Rheintal nach Graubünden. «Wir nennen uns das Einfallstor von Osteuropa», sagt Martin Tschirren, Grenzwächter im St. Galler Rheintal, auf Anfrage von Radio Südostschweiz. Die Hundewelpen müssen verzollt werden, gleichgesetzt mit anderen mitgeführten Waren.

Grösstes Risiko: Tollwut

Giochen Bearth ist für die Bündner und Glarner Tiere als Kantonaltierarzt zuständig. Auch in Graubünden sei man mit dem Trend der steigenden illegalen Tierimports konfrontiert. «Wir befassen uns wöchentlich mit illegalen Importen aus Tollwutrisiko-Ländern. Dies sind vor allem Länder im Osten wie Serbien, Kosovo und Albanien.»

Es gibt laut Bearth drei Möglichkeiten, was mit einem illegal eingeführten Hund geschieht.

  • Man weist das Tier zurück ins Ursprungsland.
  • Das Tier kommt in Quarantäne. Es wird über eine Zeit von ungefähr 100 Tagen alleine gehalten. Diese Option sei aber eine grosse Belastung für das Tier. Ausserdem gebe es in Graubünden keine Quarantänestation und in der ganzen Ostschweiz nur wenige. Die Tiere seien nach der Quarantäne durch den fehlenden Kontakt zur Umwelt oft verhaltensgestört.
  • Nicht selten werden eingeführte Tiere auch eingeschläfert. Tierschützerisch sei dies natürlich die schlechteste aller Varianten.

Der illegale Import von Hundewelpen und anderen Tieren ist ein Straftatbestand. Es gibt eine Strafanzeige und ein Verfahren. Die Busse liegt im vierstelligen Bereich.

Alles eine Kostenfrage

Ein illegaler Import scheint auf den ersten Blick lukrativ. Ein Vergleich: In der Schweiz zahlt man laut Kantonstierarzt Bearth zwischen 1500 und 2000 Franken für einen gesunden Hundewelpen. Im Ausland zahle man etwa zehn Prozent dieses Preises.

Auf den zweiten Blick kommt dann aber die Ernüchterung. Wenn ein Hundewelpen importiert wird, häufen sich die Rechnungen. Bearth erklärt: «Eine Quarantäne kostet schnell 5000 bis 7000 Franken. Eine Zurückweisung ins Ausland kostet ebenfalls rund 3000 Franken, man braucht spezielle, abgesicherte Massnahmen. Das Einschläfern ist oft die billigste Variante.»

Es lohne sich definitiv nicht, ein Tier im Ausland zu kaufen. Ausserdem setze man sich und seine Umwelt einem hohen Risiko aus. Tollwut ist bei Menschen eine unheilbare Krankheit und es gebe keine Medikamente, so Bearth. (nua)

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