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Gülsha zieht ins Kloster in Müstair ein

Gülsha Adilji hat es für drei Tage ins Kloster St. Johann im Val Müstair verschlagen. Eine neue Erfahrung für die Moderatorin und für die Schwestern.

Jürg
Huber
Samstag, 16. November 2019, 16:50 Uhr Culture Clash

Zwei Frauen sitzen auf einem hellblau-farbigen Sofa und lächeln in die Kamera. Beide tragen schwarz. Die eine Frau ist Domenica Dethomas, eine 75-jährige Benediktinerin aus dem Kloster St. Johann im Val Müstair. Links von ihr sitzt Gülsha Adilji. Die 34-jährige St. Gallerin kennt man als Moderatorin, Künstlerin und besonders als eine Frau, die für Gleichberechtigung kämpft. Zudem hat Adilji, die als Muslima auf die Welt kam, ein kritisches Bild der Religion. Wie kommt es also, dass diese zwei unterschiedlichen Frauen gemeinsam auf einem Sofa sitzen? Schwester Domenica hat es möglich gemacht. Sie hat Adilji für drei Tage ins Kloster eingeladen. 

Auszeit vom totalen Chaos und Stress

Die Einladung von Schwester Domenica kam für die St. Gallerin zum richtigen Zeitpunkt. «Ich pendle zurzeit zwischen Zürich und Berlin. Die Einladung von Schwester Domenica hat mich geehrt. Ich hatte grossen Respekt davor, mich auf die völlige Stille einzulassen», so Adilji laut einer Medienmitteilung von «Netzwerk Schweizer Pärke».

Organisator des Besuchs ist das Netzwerk Schweizer Pärke. Mit Aktion wie diese, möchten sie 18 Schweizer Pärke und Attraktionen in ihrer Umgebung publiker machen. 

In diesen drei Tagen fühlte sich Adilji zwischen den Mauern des Klosters alles andere als unwohl. Wie sie verrät, war ihr keine einzige Sekunde langweilig. Zudem hat das heilige Kloster-Klima sie vor Unwichtigem des Stadtlebens bewahrt. 

Eine ganz spezielle Beziehung

Der Moderatorin wurden Einblicke gewährt, die gewöhnlichen Besuchern sonst verschlossen bleiben. Stets an ihrer Seite war Schwester Domenica: «Schwester Domenica und ich haben uns von Anfang an auf einer speziellen Ebene verstanden.» Sie hat die 75-Jährige, die einen Grossteil ihres Lebens hinter Klostermauern verbracht hat, als eine sehr feinfühlige und empathische Frau kennengelernt. «Wir haben beide eine sehr verrückte, leicht rebellische Seite.»

Wie es sich zu einem Leben im Kloster gehört, musste Adilji alles machen, was in einem heiligen Ort nun mal gemacht wird. Sie nahm am Morgengebett teil und war auch beim gemeinsamen Essen, Arbeiten und Lesen dabei. Wie sie gegenüber «SRF Regionaljournal Graubünden» verrät, sei sie selber erstaunt gewesen, wie lange sie es beim Gebet oder beim Lesen geschafft habe, still zu sitzen. 

Schwester ist begeistert

Nicht nur für Adilji war dies eine neue Erfahrung, sondern auch für die Schwestern. Besonders Schwester Domenica war vor dem Treffen nervös. «Ich habe im Vorfeld einen Zeitungsbericht über Gülsha Adilji gelesen und eine Mitarbeiterin in unserem Klosterladen hat mir ebenfalls von der jungen Berühmtheit berichtet. Deshalb war ich auch schon ein wenig nervös». Ihre Nervosität verflog aber rasch. Sie bezeichnet die Moderatorin als eine freundliche, fröhliche und neugierige Frau. Man habe sich von Anfang an wunderbar verstanden. Adilji war so ruhig und sprach nur wenn es sein musste: «An Gülsha Adilji ist eine Klosterfrau verloren gegangen».

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