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Nach der Jagd ist vor der Jagd

In einigen Gebieten Graubündens war die diesjährige Jagd durchaus erfolgreich. In anderen Gebieten war sie durchschnittlich, mancherorts auch unter dem Schnitt. Woran das konkret liegt, wird nun analysiert. Auch der Einsatz bleifreier Munition wird analysiert.

Südostschweiz
Mittwoch, 02. Oktober 2019, 04:30 Uhr Fazit
Jagdwaffe Jagd Waffe Maiensäss Hütte Gewehr Jäger
Zwei Jäger spiegeln mit ihren Ferngläser und halten ausschau nach Wild.
OLIVIA AEBLI ITEM

Das Fazit der aktuellen Jagd fällt unterschiedlich aus, wie Adrian Arquint, Jagdinspektor Graubünden gegenüber Radio Südostschweiz sagt. «Die Bedingungen mit warmen Temperaturen, wenig Frost und keinem Schnee haben nicht unbedingt für ideales Hirschwetter gesorgt». Beim Rehwild bemerke man ausserdem, dass die beiden vergangenen Winter Einfluss auf die Population hatten.

Wie die Unterschiede entstanden ist noch unklar

Auch regional sei der Jagderfolg heuer sehr unterschiedlich gewesen. Im Bergell, Puschlav, der Val Mustair und im Oberengadin sei die Hirschjagd gut gewesen, in der Surselva und im Prättigau durchschnittlich. In den anderen Gebieten müsse man von einer unterdurchschnittlichen Jagd sprechen.

Konkrete Ursachen dafür kann Arquint im Moment noch nicht ausmachen: «Die Analyse ist für uns nun Aufgabe der kommenden Tage und Wochen, damit wir ein abschliessendes Fazit der Jagd ziehen können». Die Nachjagd wird aber stattfinden. Wie der Abschussplan aussehen wird, kann Arquint erst in etwa zwei Wochen bekannt geben, wenn die abschliessende Bilanz der aktuellen Hochjagd gezogen wurde.

Appell an Selbstverantwortung

Angesprochen auf die beiden Vorfälle, die in den letzten Wochen für Aufsehen gesorgt haben – Schussabgaben von Jägern in der Nähe von Wohngebieten – verweist Arquint auf die laufenden Untersuchungen von Wildhut, Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft. Er appelliert aber auch an die Eigenverantwortung der Jäger: «Jeder muss sich vor der Schussabgabe überlegen, ob alle Faktoren gewährleistet sind, die eine Schussabgabe rechtfertigen».

Ob das Bleifrei-Obligatorium kommt, wird sich zeigen

Auch zur Thematik der bleifreien Munition wird sich ein Fazit erst nach der Auswertung der eingereichten Formulare ziehen lassen. «Wir haben noch nicht alle Rückmeldungen erhalten. Ich rechne mit rund zehntausend Formularen, die ausgewertet werden wollen. Eine wichtige Aufgabe». Natürlich sei das Ausfüllen von Formularen nicht die bevorzugte Tätigkeit. Dennoch sei die bleifreie Munition ein Bedürfnis und eine Forderung von Umweltverbänden und -organisationen. «Entscheidend ist jetzt, dass wir die Daten analysieren um allenfalls ein Obligatorium für bleifreie Munition einführen zu können. (dje)

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