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Ein Baslertübli kauft man nicht im Internet

Für den Glarner Philatelisten Club steht die Briefmarkensaison vor der Tür. Vorstandsmitglied Kurt Müller warnt vor Fälschungen.

Südostschweiz
Dienstag, 10. September 2019, 04:30 Uhr Achtung, hinschauen
Die Briefmarkensaison ist da!
PRESSEBILD

Jeden Monat treffen sich die Mitglieder des Glarner Philatelisten Clubs jeweils am ersten Montag nach dem 15. zu ihren Meetings in der Lintharena in Näfels, wie Vorstandsmitglied Kurt Müller in seiner Mitteilung schreibt. «Dabei wird getauscht, verkauft und gekauft, und Erfahrungen werden weitergegeben.» Nun habe die Briefmarkensaison wieder begonnen.

«Ab und zu spricht man auch über Fälschungen», fährt Müller fort. Der Club besitze sogar eine Fälschungssammlung. Zudem werde im Club auch immer wieder einmal die schöne Geschichte aufgetischt, wonach es Briefe mit Baslertübli geben soll, die in Glarus oder gar in Netstal abgestempelt worden seien.

«Selbstverständlich gibt es solche Belege», schreibt Müller. «Aber das sind dann todsicher Fälschungen.» Generell seien wieder mehr Fälschungen in Umlauf, seit der Handel auf den bekannten Internetplattformen wie Ebay, Ricardo und Delcampe spürbar zugenommen habe.

Denn sehr viele Briefmarken würden im Internet verkauft und erworben. «Es ist einfach. Man kann sich Zeit lassen und zu Hause bieten. Die Kaufabwicklung ist nicht kompliziert.» In der Regel seien dabei eher kleine Beträge im Spiel. Gerade bei grossen Beträgen sei jedoch Vorsicht geboten. Denn: «Nachteil des Internetkaufs ist nämlich die Tatsache, dass man das Kaufobjekt vor dem Kauf nicht ansehen und nicht prüfen kann. Ein Baslertübli kauft man also besser bei einem Händler.»

«Der Preis von 450 Franken ist ein regelrechtes Schnäppchen»

Als Beispiel hat Müller seiner Medienmitteilung das Bild eines Faltbriefs beigelegt, bei dem es sich gemäss ihm um eine gut präsentierende, aber besonders plumpe Fälschung handle. Trotzdem dürfte sie nach seiner Meinung im Internet mit der Zeit sicher einen Abnehmer finden. «Schliesslich ist der Preis von 450 Franken ein regelrechtes Schnäppchen.»

Denn die Marke der ersten Auflage sei «farbfrisch mit gut ausgeprägtem Relief», gut geschnitten und habe keine erkennbaren Mängel. «Also ein wirklich schöner Beleg, der in keiner Sammlung fehlen darf.»

Was daran falsch sei, erklärt er so: «Das Baslertübli ist eine Kantonalmarke zu 2 ½ Rappen. Sie konnte also nur in Basel frankiert werden.» Diese weltweit erste mehrfarbige Briefmarke sei 1845 herausgegeben worden und bis am 30. September 1854 gültig gewesen.

«Der angebrachte Poststempel vom 26. Januar 1870 kommt also um 25 Jahre zu spät.» Eine Mischfrankatur mit einer Bundesmarke zu 2 Rappen von 1862 sei zudem ausgeschlossen.

«Massgebend sind Qualität der Briefmarke und die Präsentation»

Ein echtes Baslertübli auf einem Brief koste bei einem seriösen Händler weiter auch bedeutend mehr als 450 Franken. «Im aktuellen Briefmarkenkatalog wird der Preis mit 45'000 Franken angegeben.» So viel bezahle man allerdings auch nicht. «Massgebend sind die Qualität der Briefmarke und die Präsentation des Briefs.» So sei ein schönes Baslertübli auf Brief mit Stempel Basel heute für 10'000 bis 25'000 Franken zu haben.

«Sehr viel Geld», findet auch Müller. Einzelmarken gebe es aber schon ab 500 Franken. «Die sind dann aber schlecht geschnitten, defekt oder repariert.» Ein solcher Kauf lohne sich trotz des tiefen Preises nicht.

Meistens werde im Glarner Philatelisten Club nicht in dieser Liga gespielt, hält Müller weiter fest. «Die Freude am interessanten Hobby ist dadurch aber nicht getrübt.» Und Gäste seien an den monatlichen Meetings gern gesehen.

Weitere Informationen: Glarner Philatelisten Club, Kurt Müller, muellerbuehl@bluewin.ch oder Telefon 055 612 39 52

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