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Chur, ich liebe dich!

London, New York und Paris. Städte werden häufig in Songs geehrt. Zurecht, denn wenn es irgendwo schön ist, will man seinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Und in Chur ist es nicht einfach nur «schön». Es ist so viel mehr. Grund genug für unsere erst kürzlich neu zugezogene Redaktorin, eine Ode an die Kantonshauptstadt zu schreiben.

Mara
Michel
Montag, 19. August 2019, 05:19 Uhr Eine Ode an Chur
Chur ist auch von oben wunderschön.
MARCO HARTMANN

Vor einer Weile bin ich offiziell nach Chur gezogen. Von Obergösgen. Das Gösgen mit dem Kernkraftwerk. Hierher gelockt hat mich meine grosse Liebe. Letztes Jahr begann er mehr oder weniger subtil von seiner Heimat Chur zu schwärmen. Er stellte Stadtführungen für mich zusammen, die wir bei brütender Septemberhitze abmarschierten. Durch die Überreste der Schlagerparade ging es durch die Altstadt in Richtung Rätisches Museum. Hoch oben beim Gymnasium offenbarte sich mir erstmals das Ausmass von der angeblich ältesten Stadt der Schweiz. Und mir blieb nicht nur wegen des zügigen Aufstiegs die Luft weg. Über den Bischofssitz sieht man den Bahnhof, das Postautodeck bis zu den City-West-Türmen. Einen eindrücklicheren Ausblick sollte ich erst Monate später vom Restaurant «Klein-Waldegg» aus haben.

Ich wohne noch nicht lange genug hier, um von mir behaupten zu können, eine Kennerin der Stadt zu sein. Auch wenn ich einige der Must-Sees bereits abhaken kann: Ich habe mich in der Badi Obere Au gebräunt, im «Maron» gefrühstückt, habe am Wochenmarkt zu viel Geld ausgegeben, im «Patschifig» Kaffee getrunken, wie auch in der «Cafézeit» davor. Ich bin mit der «Arosa-Bahn» nach, Sie ahnen es, Arosa gefahren. Ich habe gelernt, dass man sich im «Chur Bus» gut festhalten muss, dass es hier etwa 20 Zentimeter mehr Schnee gibt als in Obergösgen und dass man in Chur «gera» sagt, statt «gerngscheh». Ich bin schon dem Rhein und der Plessur entlanggewandelt, habe auf dem Militär-Areal im Rossboden einen Drachen steigen lassen, habe kurz vor der Schliessung beim «Alibaba» Kebab gegessen und mir ein «Elefantenohr» im «Franziskaner» gegönnt. Sonntags sitze ich oft im Raucherraum des «Rätushof» und geniesse eine heisse Schokolade. Ich habe bereits diverse Indermaur-Kunstwerke in der Stadt entdeckt und in der Musik-Telefonkabine klassischen Klängen gelauscht.

Und ganz schleichend habe ich mich in die Stadt Chur verliebt. In Chur mit seinen herzlichen und lieben Bewohnern. In die Stadt, deren Bahnhof regelmässig von in Cars angekarrten Touristen gespült wird. In den Ort, der allen Ernstes plante, den Rossboden zu fluten, um seinen eigenen See zu haben. Chur, ich habe noch viel vor mit dir. Ich will deine (Stadt-) Feste feiern, deine Weihnachtsbeleuchtung bewundern und deine Abstimmungsunterlagen ausfüllen. Danke Chur, dass du mich ohne Zögern aufgenommen und mich umstandslos zur Bündnerin gemacht hast.

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