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Herr über eine Million Bienen

Seine grosse Leidenschaft gehört den Bienen. Werner Schrepfer aus Kaltbrunn hegt und pflegt 30 Völker.

Markus Timo
Rüegg
Samstag, 17. August 2019, 04:30 Uhr Schmuckstück
Flotte Bienen: Zehntausende dieser Insekten umschwirren Imker Werner Schrepfer, aber keine sticht ihn oder den Fotografen. Bild: Markus Timo Rüegg

Ein grossartiges Bild: Im Garten von Werner Schrepfer stehen 30 Bienenkästen. Bei Vollbestand und gesunden Völkern sind das knapp eine Million Bienen. Imkern ist seit 1972 Schrepfers Hobby und Leidenschaft zugleich. Beruflich handelt er mit Briefmarken, Münzen und Gold.

Werner Schrepfer, Sie haben eine beeindruckende Zucht.

Das freut mich. Mein Hobby bedeutet mir viel. Wenn ein Kasten voll besetzt ist, sind da bis zu 50 000 Bienen am Werk. Von diesem Zusammenspiel können wir Menschen nur lernen.

Sie züchten Königinnen?

Ja, und das aus einem ganz bestimmten Grund. In der Schweiz haben wir zu viel Bienenimport aus dem Ostblock und aus südlichen Ländern. Das bringt neue Krankheiten mit sich. Durch den Verkauf von einheimischen Königinnen und Völkern will ich diesem Unsinn entgegenwirken.

Seit 1972 arbeiten Sie mit Bienen. Eine lange Zeit.

Schon als Kind war ich begeistert von Bienen. Nachbar Hans Kühne hatte ein Bienenhaus und erzählte mir und einem seiner Söhne, der gleich alt ist wie ich, spannende Geschichten rund um die Bienen. Und es roch immer sehr fein. So begann ich als Jugendlicher mit der Imkerei.

Was fasziniert Sie daran?

Weniger der Ertrag, also der Honig, sondern vielmehr das Ziel, sanftmütige und gesunde Völker zu züchten, schöne Brutanlagen zu unterhalten und gute Königinnen weiterzugeben. Man kann nur mit grossen, gesunden Völkern gute Erträge kriegen. Ich verstelle meine Wirtschaftsvölker. Das heisst, ich bringe sie zu geeigneter Zeit auf Alpen, auf denen die Vegetation später kommt als in Kaltbrunn. Dort arbeiten sie mit Blütenstaub und Nektar. Alle zehn Tage gehe ich vorbei. So entsteht ein feiner, ausgewogener Honig.

Einige Fakten und Zahlen zu Ihrem Bienen-Betrieb?

Ich pflege und hege 20 Völker und 10 Jungvölker und züchte etwa 70 Königinnen. Ein gutes Wirtschaftsvolk bringt als Ertrag zwischen 20 und 50 Kilo Honig. Die Bedingungen sind nicht immer gleich gut. Deshalb schwanken die Erträge stark.

Wie lange leben Bienen?

Wenn sie viel Arbeit haben, so im Mai, haben sie eine Lebensdauer von 35 bis 40 Tagen. Die Winterbienen leben von September bis Anfang April länger.

Zufrieden mit 2019, und wie viel Zeit investieren Sie?

Heuer ist ein mittelmässiges Jahr. Es war am Anfang der Blütezeit leider zu lange kalt. Aber das ist halt die Natur. Im Schnitt wende ich für mein Hobby rund zehn Stunden pro Woche auf.

Sind Sie in einem Verein?

Ja, bei den Bienenfreunden am See. Wir pflegen und unterhalten einen Lernbienenstand im Hof Oberkirch in Kaltbrunn.

Zwei Kinder, vier Enkelkinder und 36 Karten

Werner Schrepfer (61) wuchs mit sechs Geschwistern im Schönenberg (Wattwil) auf. sattelte er zum Händler um. Mit seinem Geschäftspartner handelt er in Rapperswil mit Briefmarken, Münzen und Gold. Er hat zwei Töchter (Nicole und Melanie) und ist vierfacher Grossvater. gehören Skitouren, Tennis und der Garten zu seinen Hobbys. Und wo immer es geht, klopft er einen ordentlichen Jass.

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