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Grösstes Hochmoor wird renaturiert

Die Regierung spricht knapp 100'000 Franken für die Renaturierung des Hochmoors «Grosses Moos» oberhalb Näfels. Der CO2-Ausstoss im Schwändital soll so verkleinert werden.

Südostschweiz
Mittwoch, 14. August 2019, 04:30 Uhr Umweltschutz
Mehr Moor, weniger Bach: Das «Grosse Moos» wird renaturiert.
PRESSEBILD

Beim «Grossen Moos» handelt es sich um das grösste Hochmoor im Kanton. Es ist von nationaler Bedeutung. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist die Nutzung des Moores zwischen dem Kanton und den Alpkorporationen Vorderschwändi und Hinterschwändi vertraglich geregelt. Die Beweidung ist seit damals eingestellt.

Vor über 100 Jahren wurde versucht, das Moor mit tiefen Gräben zu entwässern. Diese haben nicht zur Trockenlegung des Moores geführt, beeinträchtigen aber den Wasserhaushalt. Die Folge sind ein stetiger Abbau des Torfes und die Freisetzung von CO2 durch mikrobiellen Torfabbau. Ein Teil des Moores ist zudem akut durch die Erosion durch einen Bach bedroht. Nun soll ein kanalisierter Bach wieder in seinem alten Lauf über das Moor fliessen. Damit keine Erosion durch abgeleitetes Wasser eintritt, müssen Gräben aufgestaut werden. Um die Vegetation im westlichen Teil des Moores zu fördern, soll das Wasser wieder langsam und über die Mooroberfläche verteilt fliessen. Mit diesen Massnahmen werden der Wasserspiegel angehoben und Schwankungen reduziert.

Bund beteiligt sich

Aufgrund eines Pilotprojekts von 1999 wurden eine Studie in Auftrag gegeben und ein Bauprojekt ausgearbeitet, wie der Regierungsrat gestern mitteilte. Die Abklärungen zeigen, dass weitere Gräben eingestaut werden müssen, um das Moor erfolgreich zu renaturieren.

Für den Einstau der Gräben ist mit Kosten von 705'000 Franken zu rechnen, an denen sich Bund und Kanton beteiligen: der Bund mit 410'000 Franken, der Kanton mit 98'000. Die weiterenn Kosten werden über die Stiftung «Myclimate», Zürich und zugesicherte Mittel von Pro Natura Schweiz finanziert. «Myclimate» rechnet damit, dass das Projekt in den nächsten 50 Jahren eine CO2-Emissionsminderung von 3000 Tonnen bewirkt. Die Alpkorporation Vorderschwändi übernimmt die Bauherrschaft und will im Herbst bauen. (red)

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