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Wie tiergerecht soll die Jagd sein müssen?

Die Grünen fragen den Regierungsrat an, ob er bereit sei, Fotofallen, Drohnen und Wärmebildkameras für die Jagd zu verbieten. Landrat Karl Stadler geht es in seiner Interpellation um die Würde des Tieres.

Südostschweiz
Donnerstag, 08. August 2019, 04:30 Uhr Die Grünen fragen
Sollen Fotofallen, Drohnen und Wärmebildkameras auf der Jagd verboten werden?
Olivia Item / OLIVIA AEBLI-ITEM

Der Kanton Glarus verlangt von den Jägerinnen und Jägern, dass sie «die anerkannten Grundsätze weidgerechten Verhaltens» befolgen.

Zu diesem Thema stellt der grüne Landrat Karl Stadler aus Schwändi dem Regierungsrat nun Fragen. Gemäss Stadler verlangen die Grundsätze von Jagdschweiz, der Schweizer Dachorganisation, unter anderem, dass die Würde des gejagten Tieres geachtet wird. Und das Tier muss auch die Chance haben, dem Jäger zu entkommen.

Die Jagd im Kanton habe sich in den letzten Jahren verändert, und der Gebrauch technischer Hilfsmittel habe sich stark ausgeweitet: Fotofallen mit Live-Zugriff, Nachtsichtgeräte und so weiter würden verwendet.

Wild wird eingekesselt

Es komme sogar vor, dass mit diesen Hilfsmitteln leicht zugängliche Gebiete auch in Siedlungsnähe nach möglicher Beute abgesucht würden. «Anschliessend wird das vorgefundene Wild in grossen Treiber- und Jägergruppen eingekesselt und bejagt, ohne dass für die Tiere eine Flucht- oder Deckungsmöglichkeit besteht.»

Der Bund verbiete diese Geräte für die Jagd nicht ausdrücklich, doch die Kantone könnten sie einschränken. Laut Stadler verbieten Nachbarkantone wie Graubünden oder St. Gallen solche Hilfsmittel ganz oder teilweise.

Aufgabe fair erfüllen

Aus forstlicher und landwirtschaftlicher Sicht seien bestimmte Abschusszahlen etwa beim Reh, Hirsch oder Wildschwein anzustreben. Das ist laut Stadler anerkannt. «Trotzdem stellt sich die Frage, inwiefern diese Hilfsmittel mit dem Anspruch auf weidgerechtes Verhalten vereinbar sind.» Deshalb fragt er den Regierungsrat in der Interpellation:

  • wie er diese Frage beurteilt und
  • ob er bereit sei, die Jagdvorschriften zu überprüfen und allenfalls die neuen technischen Hilfsmittel wie Fotofallen, Drohnen oder Wärmebildgeräte bei der Jagd zu verbieten oder einzuschränken.

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Nun ich denke Hilfsmittel um Wild aufzuspüren sind legitim, da uns statt Augen welche im Infrarot Bereich sehen können oder einem extraordinärem Geruchssinn uns Intelligenz gegeben wurde um diverse Mankos auszugleichen indem wir dafür Geräte entwickeln können.
Sogar Schusswaffen welche schon über 2 km weit treffen können könnten wir uns aneignen und sind meine ich für die Jagd um zu überleben (nicht als „Sport“ oder „Spaß“ ) in Ordnung.
Allerdings finde ich persönlich Treibjagden moralisch schwer bedenklich und unfair, da wir heute nicht mehr darauf angewiesen sind auf diese Art Tiere zu erlegen und Stress in einen sensiblen Lebensraum bringen.
Gott gab uns diese Welt und Ihre Geschöpfe wir durften Sie uns sogar zum „Untertan“ machen aber keinesfalls haben wir das Recht Sie respektlos zu behandeln und schon gar nicht zu vergewaltigen aus purem Vergnügen.

Was heute der Geheimdienst braucht, kann morgen im Online - Jagdshop bestellt werden...
Einigen Jägern geht das schon lange zu weit.
Wildkameras sind sinnvoll, wenn man sie für ungestörte Beobachtungen einsetzt. Naturfreunde, Fotografen und Jäger glauben nämlich oft, den Tieren weniger Stress zuzufügen, indem sie für Sichtungen möglichst ruhig durchs Gehölz schleichen.. Oft wird das Wild dadurch aber mehr verunsichert, als durch eine eindeutig ortbare Lärmquelle (was auch Gegner der lauten Jagd gerne vergessen)
Was das Weidmannshandwerk betrifft, kann es nicht sein, dass durch die Digitalisierung das Wild immer mehr benachteiligt wird, während der Nimrod unendlich aufrüstet. Es ist sicher nicht einfach, nur mit Ethik zu argumentieren, da jeder etwas anderes darunter versteht.
Die Reaktion, die das Wild aber früher oder später auf diesen neuen Druck zeigen wird, kann nicht in unserem Sinn sein.
Simon Walti, Jäger aus Haslen

Finde gut wie Du denkst währe gut wenn es mehr Menschen mit Deiner Meinung gäbe.
Jage zwar auch (selten) aber dabei ist für mich der Respekt und eine Verhältnismäßige Fairness extrem wichtig.
Und jedesmal obwohl ich auch alles verwerte von der Beute empfinde ich ein tiefes Bedauern und auch Schuld für den Akt des Tötens selbst.

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