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Schule planmässig eröffnet

Das neue Bildungs- und Umweltzentrum von Jonas Müller aus Näfels hat in West-Papua in Indonesien eine hohe Bedeutung. Die Schule ist in der abgelegenen Region einzigartig.

Südostschweiz
Mittwoch, 07. August 2019, 04:30 Uhr Umweltzentrum in Indonesien
Unterricht mal anders: Die Schüler errichten ihren eigenen Korallengarten.
PRESSEBILD

Dem Verein Child Aid Papua ist es gelungen, nach einer Bauzeit von nur sechs Monaten die Umweltschule im Inselarchipel Raja Ampat planmässig zu eröffnen. Die Umweltschule ist laut einer Mitteilung des Vereins einzigartig in ihrer Art und von grosser Bedeutung für die Region, welche die höchste Meeresbiodiversität der Welt aufweist. Die Schule ermöglicht bis zu 2000 Kindern den Zugang zu Bildung, Gesundheitsdiensten und Umweltschutzprojekten.

Ein wichtiges Ziel ist erreicht

Raja Ampat wird als «das Epizentrum der globalen biologischen Vielfalt der Meere» beschrieben. Der rasant wachsende Tourismus bedeutet eine grosse Herausforderung für die Region, in der Bildung, Umweltschutz und Infrastruktur grosse Probleme sind.

«Mit grosser Freude» verkündet der Verein Child Aid Papua nun, dass das neu gebaute Bildungs- und Umweltzentrum am 3. August eröffnet wurde. Gründer und Präsident des Vereins ist Jonas Müller aus Näfels, der als studierter Ökonom seit Oktober 2015 als Entwicklungshelfer und Umweltaktivist in Raja Ampat tätig ist.

Child Aid Papua setzt sich für ein besseres Leben der Kinder und Jugendlichen in den abgelegenen Provinzen von West-Papua in Indonesien ein und ist der Ansicht, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung und damit bessere Perspektiven im Leben hat.

Das Bildungs- und Umweltzentrum ist der einzige Ort in der Region, an welchem sich die ortsansässigen Kinder Wissen über ihre Natur aneignen können. Die Umweltschule, wohl das erste zweistöckige Gebäude in dieser Region, verfügt neben einem grossen Klassenzimmer im Erdgeschoss über eine Bibliothek und ein kleines Labor im Obergeschoss.

Nebst dem klassischen Schulunterricht werden vor allem Englisch und Meereswissenschaft unterrichtet und entsprechende Projekte mit der einheimischen Bevölkerung realisiert. Der Verein verfügt zurzeit über drei Lehrpersonen, ist jedoch bestrebt, weitere lokale Lehrkräfte zu finden und entsprechend auszubilden. Im Bildungs- und Umweltzentrum kommen täglich Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Dörfern in den Genuss, ihren Wissensdurst zu stillen. Die Kinder aus den umliegenden Dörfern werden mit dem Boot abgeholt, da der Landweg durch den dichten Urwald nicht möglich ist.

Die Bauzeit – eine grosse Herausforderung

Am 4. Februar wurde der erste Holzpfahl ins Meer gesetzt. Weitere 200 Pfähle mussten dann mühsam von Hand in den Boden «geschaukelt» werden, damit die Schule rund 1,5 Meter hoch über dem Meeresspiegel aufgebaut werden konnte. Der Bau habe in verschiedener Hinsicht eine grosse Herausforderung bedeutet, schreibt der Verein. So musste zum Beispiel das Holz in der nächstgelegenen Stadt zugeschnitten und praktisch sämtliches weiteres Material auch dort organisiert werden.

Zwischen der Stadt Sorong und dem Dorf Sawinggrai liegen rund 100 Kilometer Ozean. Insgesamt acht voll beladene Schiffe fuhren mit dem benötigten Material während der letzten sechs Monate ins Dorf. Die Arbeitszeiten vor Ort richteten sich nach dem Wellengang, den Gezeiten und der Witterung. Eine lange Trockenzeit und das damit verbundene Trinkwasserproblem erschwerte das Voranschreiten des Baus zusätzlich. Trotz diesen Herausforderungen war es dem Team vor Ort möglich, das Bildungs- und Umweltzentrum innert genau sechs Monaten komplett eingerichtet fertigzustellen.

Diese, für die Gegend laut Mitteilung «schier unglaublich kurze Bauzeit» war möglich, weil der Glarner Jonas Müller die Fortschritte vor Ort ständig beobachtete und kontrollierte. Das Beschaffen des Materials stellte sich als grösste Schwierigkeit dar, aber auch die Qualität der Arbeit, respektive die Arbeitsmoral der Einheimischen, verbunden mit den nötigen Konsequenzen, waren ständige Themen.

In Sachen Nachhaltigkeit ein Vorbild

Als Aushängeschild für Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Region von Raja Ampat ist es dem Verein Child Aid Papua sehr wichtig, in vielen Belangen ein Vorbild zu sein. So wurde zum Beispiel der Steg vom Land zum Lernzentrum so gebaut, dass keine Mangroven gefällt werden mussten und jeder Pfahl so gesetzt, dass keine Korallen beschädigt wurden. Es wurde sogar bereits ein schuleigener Korallengarten angebaut.

Das Toiletten- und Abfallsystem wurde ebenfalls möglichst umweltfreundlich und nachhaltig geplant und entsprechend gebaut. Wenn irgendwie möglich, wurde einheimisches Baumaterial verwendet. Zudem wird die Umweltschule zu 100 Prozent mit Solarenergie versorgt. Die Anlage wird in den nächsten zwei Monaten auf dem Dach montiert.

Grosser Zuspruch aus der Region

Dass sich der Verein Child Aid Papua in der Gegend von Raja Ampat gut etabliert habe und viel Vertrauen der Einheimischen geniesse, habe sich an der von rund 300 Personen besuchten Eröffnungsfeier gezeigt. Nebst den Bildungsverantwortlichen der Region sprach auch der Oberhäuptling des in Raja Ampat heimischen «Maya-Tribes» an der Feier mit lobenden Worten über das Bildungs- und Umweltzentrum. Ebenso nahmen die Dorfhäuptlinge und Schulleiter der umliegenden Dörfer an der Eröffnungsfeier teil.

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