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Betlis: Stein trifft Auto

Toni Bendel aus Niederurnen fordert nach einem Steinschlag bei Weesen mehr Sicherheit an der Betliserstrasse.

Christine
Schibschid
Montag, 15. Juli 2019, 04:30 Uhr Mehr Sicherheit gefordert
Volltreffer: Ein Stein beschädigt in der Betliserstrasse am Walensee eine Windschutzscheibe.
LESERBILD TONI BENDEL

Die «Südostschweiz/Glarner Nachrichten» berichtete kürzlich über einen Steinschlag an der Betliserstrasse bei Weesen am Walensee. Herabfallende Brocken hatten eine Familie nur knapp verfehlt, sie kam mit dem Schrecken davon. Nach dem Bericht meldete sich Leser Toni Bendel mit Bildern seiner kaputten Windschutzscheibe. Bereits im April dieses Jahres war auf der Betliserstrasse ein Stein in die Frontscheibe seines Autos eingeschlagen. Auf der Beifahrerseite fielen ein paar Splitter ins Innere.

«Wäre eine Begleitperson dabei gewesen, hätte sie mit hoher Wahrscheinlichkeit gravierende Verletzungen durch die Splitter erlitten», schreibt Bendel. Nach Angaben des Unternehmens Carglass reisse die innere Schutzschicht der Scheibe, wenn der Einschlag heftig genug sei.

«Netze bringen nicht viel»

Die Scheibe ist inzwischen repariert, die Versicherung übernahm den Schaden, wie Bendel sagt. Doch: «Der Schreck bleibt. Ich habe nach wie vor ein mulmiges Gefühl, wenn ich nach Betlis fahre», sagt der Niederurner, der Tauchtouren im Walensee anbietet.

Nach dem Bericht über den Steinschlag im Juni kamen die Erinnerungen bei Bendel wieder hoch. Er schrieb eine E-Mail an den Gemeindepräsidenten von Amden, Markus Vogt. «Eine Reaktion habe ich nicht erhalten», sagt Bendel.

«Fakt ist, dass immer wieder Steine auf der Betliserstrasse liegen», schreibt Bendel in der Mail. Er wünscht sich mehr Sicherheit. Die Sanierungsmassnahmen, die im Herbst anstehen, hält der Niederurner nicht für ausreichend. «Sicherungsnetze bringen nicht sehr viel», meint er. In Bendels Augen wäre der Bau eines Tunnels oder einer Galerie die bessere Idee.

Weiteres Auto beschädigt

Bendels Fall sei ihm bekannt, sagt Gemeindepräsident Markus Vogt. Die Gefahr, dass jemand im Auto verletzt werde, sei aber nach wie vor gering.

Es passiere ab und an, dass ein Stein auf ein Autodach falle, aber nicht alle Vorfälle würden der Gemeinde gemeldet. «Wenn nichts Grösseres passiert, wissen wir das oft gar nicht.» Nur von einem Fall hat Vogt dieses Jahr noch gehört: «Jemand ist mit dem Auto auf einen Stein aufgefahren und hängen geblieben.» Ansonsten seien ihm von 2019 keine weiteren Vorfälle bekannt.

Warnung und Schutznetze

Nach dem Steinschlag im Juni war die Problematik an der Betliserstrasse erneut Thema im Gemeinderat, wie Vogt sagt. «Wir wollen nun die Schilder, auf denen vor der Steinschlaggefahr gewarnt wird, vergrössern. Ausserdem sollen sie so platziert werden, dass sie besser gesehen werden.»

An den Plänen für die Sanierung im Herbst halte die Gemeinde fest. Unter anderem sollen Steinschlagschutznetze installiert oder Felspartien verankert werden. «Wir vergeben derzeit die Arbeiten, damit es im Oktober losgehen kann», sagt Vogt.

Eine Lösung mit Tunnel kann der Gemeindepräsident sich nicht vorstellen. «Wer will schon durch einen Tunnel nach Betlis laufen?» Den Bau einer Galerie hält Vogt nicht für finanzierbar. «Das ist illusorisch», sagt er.

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