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Jeder Stein erzählt eine Geschichte

Eine geologische Sensation ist in Schwanden aufgewertet worden: Auf dem Glarner Steinpfad bei der Naturstein Knobel AG spaziert man durch 300 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Südostschweiz
Donnerstag, 11. Juli 2019, 04:30 Uhr Geologische Sensation
Hier präsentiert sich Glarus en miniature.
MADELEINE KUHN-BAER

Geologe Mark Feldmann gerät ins Schwärmen: «Der Steinpfad ist eine geologische Sensation, die es nirgends sonst gibt.» Feldmann präsentierte am Dienstag den Vertretern der Gemeinde Glarus Süd und der Naturstein Knobel AG sowie den Medien in Schwanden 300 Millionen Jahre Erdgeschichte auf kleinem Raum und wusste dabei spannende Geschichten zu erzählen. Denn jeder Stein erzählt eine Geschichte aus Zeiten, als noch Dinosaurier und andere heute ausgestorbene Kreaturen lebten.

Vielfalt ist erfahrbar

Die Gemeinde Glarus Süd hat den von Alfred Knobel sel. vor rund 25 Jahren geschaffenen Pfad auf Gemeindeboden umfassend saniert und erweitert. Ein erstes Projekt einer externen Firma war angesichts der hohen Kosten verworfen worden. Hansueli Knobel, Mark Feldmann und Werner Rhyner, Departementsleiter Gesellschaft und Sicherheit der Gemeinde, entwarfen in der Folge ein «komplett anderes, besseres und um einiges günstigeres Konzept», wie Werner Rhyner an der kleinen Einweihungsfeier erläuterte.

Gepflasterte Gehwege symbolisieren nun die Gewässer Linth, Löntsch und Sernf. Geschaffen haben sie Lehrlinge der Gemeinde unter Anleitung von Jack Hefti. «Zuerst murrten sie, dann hat es ihnen immer mehr Spass gemacht», schmunzelte der Departementsleiter. Einzelne Ortsnamen dienen der zusätzlichen Orientierung.

Die platzierten Steinbrocken zeigen, welche Gesteine wo im Glarnerland vorkommen – von den jüngsten am Hirzli, die vor knapp 30 Millionen Jahren entstanden sind, bis zum 300 Millionen Jahre alten Granit am Tödi. Sie sind mit Nummern versehen, die auf Kurzinfos auf einer Tafel verweisen, sowie mit einem QR-Code, der übers Smartphone direkt zur Beschreibung im Internet führt.

«Unser Vater wäre richtig stolz»

Auf dem sanierten Steinpfad direkt am Veloweg nahe der Badi Schwanden sollen Touristen, interessierte Kreise und Schulen aber nicht nur beobachten und staunen, sondern auch verweilen können. Dafür sorgt eine neue Feuerstelle, die zum Grillieren einlädt. Ein Brunnen plätschert idyllisch, und ein gepflanzter Feldahorn soll dereinst für Schatten sorgen.

Hansueli Knobel dankte im Namen der Familie Knobel für die gelungene Sanierung: «Wir sind alle sehr glücklich mit dem Resultat. Unser Vater wäre richtig stolz.»

Und Gemeindepräsident Mathias Vögeli meinte vieldeutig, er habe mehr Freude, wenn etwas entstehe, als wenn etwas verhindert werde. Mit dem lehrreichen Steinpfad durchs Glarnerland sei nicht zuletzt dank der Sponsoren eine gute und sehr schöne Sache entstanden: «Ich habe selber auch den Plausch.»

Infos: https://unesco-sardona.ch/erlebnis/steinpfad

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