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Wer zugibt, dass er Feige isst, hat Mut

Feigen gedeihen auch in unseren Breitengraden, und das nicht nur in Sonnenfenstern wie Quinten, sonder auch im Glarnerland.

Südostschweiz
Montag, 08. Juli 2019, 04:30 Uhr Gärtner aus Leidenschaft
Mittelmeer-Feeling in Näfels: In ganz heissen Sommern kann man Feigen auch bei uns zweimal ernten.
CHRISTOPHER GOLLING

von Helena Golling

«Früher sind wir oft nach Quinten gewandert und haben die dortigen Feigen bewundert. Bis wir gemerkt haben, dass sie hier auch kommen.» Vielen dürfte es ergehen wie Gärtner Ernst Müller und seiner Partnerin, wenn sie das erste Mal hierzulande Feigen sehen, die eigentlich in mediterranem Klima heimisch sind. Mittlerweile haben sie selber schon seit über 30 Jahren Feigen im Garten. Grosse, winterfeste Bäume, die viele, leckere Früchte tragen.

Anders als die meisten Obstgewächse muss man Feigen nicht gleichzeitig ernten, die Erntezeit erstreckt sich über mehrere Wochen. Rund ums Mittelmeer gibt es meist zwei Erntephasen: im Juni und Juli, wenn die grossen, saftigen Sommerfeigen reif werden und dann wieder im September, wenn die kleineren, süsseren Herbstfeigen reif sind, die sich gut zum Trocknen eignen. In unserem Klima werden die Sommerfeigen erst im Hochsommer reif. Zur zweiten Phase schaffen es die Bäume hier nur sehr selten. Letztes Jahr war so ein Glücksfall. Nicht nur bei den Menschen sind die Feigen beliebt. Auch die Vögel ernähren sich gerne von den subtropischen Früchten.

Gärtner aus Leidenschaft
Diese vierteilige Serie entstand im Nachgang eines Besuches bei Ernst Müller. Im Beitrag «Der Garten als Paradies», der am 22. Juni erschien, wurde der Näfelser porträtiert. Müller hegt und pflegt seinen Garten mit grosser Sorgfalt und Hingabe, sodass dort sogar Südfrüchte gedeihen. (red)

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