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«Deutsch für die Schule» gibt es so nur in Chur

Nadine
Hinder
Sonntag, 07. Juli 2019, 04:30 Uhr Sprachförderung in Graubünden
Sprachförderkurse finden meist neben dem normalen Unterricht statt.
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In der Stadt Chur werden Kinder, die zu wenig gut Deutsch sprechen, bereits vor dem Kindergarten gefördert, um die benötigten Kenntnisse zu erlangen. In anderen Regionen des Kantons gibt es so ein spezifisches Frühförderprogramm nicht. In der Surselva beispielsweise, werden die Kinder normal in den Kindergarten oder die Schule einbezogen und integriert. Zusätzlich zum normalen Unterricht, besuchen sie einige Lektionen Sprachförderung, um die Sprache schneller zu lernen. Da die Kinder aber täglich Deutsch-, respektive Romanisch-Sprechende um sich hätten, sie zusätzlich unterrichtet würden und Kinder in diesem Alter allgemein sehr lernfähig seien, können sie die Sprache schnell sprechen, erklärt Alexi Nay, Schulinspektor und Bezirksleiter Surselva. «Nach einem Jahr Kindergarten können sie entweder Romanisch oder Deutsch. Das ist meistens kein Problem.»

Sensibilisierung der Eltern im Schulprogramm

Auch Kinder und Jugendliche, die älter sind, werden neben dem normalen Schulunterricht in der entsprechenden Sprache gefördert. Für die Sensibilisierung der Eltern gibt es kein spezifisches Programm. Es gebe aber Gemeinden, die an Elternabenden und Elterngesprächen auf die Sprachförderung und die Unterstützung der Kinder aufmerksam machen. Dort werde ihnen auch erklärt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Schule in diesem Zusammenhang ist.

Nay ergänzt zudem, dass in ländlichen Regionen vermutlich kaum ein Bedarf nach so einem Frühförderprogramm bestehe, da der Anteil an fremdsprachigen Kindern dort, im Gegensatz zu der Stadt Chur, eher klein ist.

«Deutsch für die Schule» nur für Churer Kinder

Am Frühförderprogramm «Deutsch für die Schule» der Stadt Chur können Kinder aus anderen Gemeinden nicht teilnehmen. Es gebe aber Gemeinden, die daran interessiert seien, auch so ein Frühförderprogramm einzuführen, so beispielsweise die Gemeinde Thusis, sagt Patrik Degiacomi, Vorsteher des Departements Bildung Gesellschaft Kultur der Stadt Chur.

Die Angebote der vorschulischen Kindertagesstätte, also Kinderkrippen, Tagesfamilien und Spielgruppen, dürfen aber auch von Familien aus anderen Gemeinden genutzt werden. Anders als das Schul- und somit auch das Förderprogramm sind diese nicht der Gemeinde unterstellt. Familien, die erst später in die Gemeinde Chur ziehen, werden gemäss Degiacomi auch zu einem späteren Zeitpunkt noch in das Programm aufgenommen, sofern der Bedarf besteht.

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Was wenn die Schüler nicht Romanisch Lernen wollen,? weill in ihrer Familie nur Deutsch gesprochen wird. Die Deutsche Sprache sollte auch z.b in der Surselva und Co. bei den Jungen Romanisch sprechendenden gefördert werden, wie die Weltsprache Englisch. Was wen die Jugendlichen, Erwachsenen wegen der arbeit aus der Region ins Unterland Wegziehen, und kaum Deutsch Sprechen können.? Da sollten die Schulverantwortlichen dringenst über die Bücher gehen.