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«Wir haben momentan einen durchschnittlichen Sommer»

Der letztjährige Hitzesommer hat Spuren hinterlassen. Doch Andrea Kaltenbrunner vom Amt für Wald und Naturgefahren gibt momentan Entwarnung. Die diesjährige Situation bei der Waldbrandgefahr sei durchschnittlich.

Südostschweiz
Samstag, 06. Juli 2019, 04:30 Uhr Waldbrandgefahren und Feuerverbote
Das Grün in der Natur deutet von genügend Feuchtigkeit, erklärt Andrea Kaltenbrunner vom Amt für Wald und Naturgefahren.
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Die Hitzewelle der letzten Woche zog kaum an jemandem vorbei. Erst zu Beginn dieser Woche kamen die ersten kleinen Gewitter. Ein Tropfen auf den heissen Stein? Der heisse Stein scheint (noch) nicht da zu sein.

Kein Vergleich zu letztem Jahr

Momentan müssen wir uns in Graubünden noch keine grossen Sorgen machen in Sachen Waldbrand. Die Situation sei nicht mit letztem Sommer zu vergleichen, sagt Andea Kaltenbrunner, Verantwortlicher der Waldaufsicht beim Amt für Wald und Naturgefahren.

Denn obwohl es letzte Woche heiss und trocken war, habe es nicht gereicht, eine akute Waldbrandgefahr auszulösen. Momentan ist laut Kaltenbrunner genug Feuchtigkeit vorhanden. Das sehe man gut an den grünen Flächen, die um diese Zeit letztes Jahr bereits meist dürr und braun waren.

Für den Wald haben die kleinen Gewitter der letzten Tage kaum Auswirkungen, sagt Kaltenbrunner. «Kleine Gewitter nützen bei trockenem Boden nur bedingt. Auf dem offenen Feld sickert das Wasser schneller in den Boden. Im geschlossenen Wald kommt der Regen eines kurzen Gewitters nicht einmal bis zum Waldboden. Das heisst umgekehrt jedoch auch, das der Wald weniger schnell austrocknet.»

Feuerverbot noch nicht in Aussicht

Der Blick auf die Waldbrandgefahrenkarte zeigt: Die Gefahrenstufen befinden sich auf gering und erheblich. Ein Feuerverbot gibt es noch nicht.

Gelb: mässig, Orange: erheblich
AMT FÜR WALD UND NATURGEFAHREN

Das sei für diese Jahreszeit normal, sagt Kaltenbrunner. «Da es momentan nicht so heiss ist, ist ein Feuerverbot noch nicht absehbar. Dafür bräuchte es noch einmal eine lange Hitzephase von ein bis zwei Wochen ohne Regen.»

Wenn eine Austrocknung aber weiter fortschreitet, können sich die Gefahren sehr schnell ändern, betont Kaltenbrunner. «Wir müssen die Situation immer über wenige Tage anschauen. Der Wetterbericht der nächsten Tage ist wechselhaft und die Lage abschätzbar.» Je trockener jedoch die Umstände generell seien, desto kurzfristiger müsse man die Situation beurteilen. (nua)

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