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«Wir sind pro Woche auf 140 Spender angewiesen»

Der Bedarf an Blutspendern in der Schweiz liegt bei 800 bis 900 Spendern pro Tag. Sonja Heer, die Geschäftsleiterin der Blutspende Graubünden, über den Bedarf im Kantonsgebiet und die Spendenfreudigkeit der Bündnerinnen und Bündner.

Südostschweiz
Freitag, 14. Juni 2019, 04:30 Uhr Weltblutspendetag
Auch wenn die Kühlschränke gut gefüllt zu sein scheinen: Alleine in Chur werden jede Woche rund 140 Blutspender benötigt.
MARCO HARTMANN

Am 14. Juni 1868 wurde Karl Landsteiner, der Entdecker der verschiedenen Blutgruppen, geboren. Seit 2004 wird jeweils an Landsteiners Geburtstag der Weltblutspendetag begangen. Der Tag soll daran erinnern, dass Unfallopfer und Gebärende auf Blutspenden angewiesen sind. RSO-Reporterin Corinne Bischofberger hat sich bei Sonja Heer, der Geschäftsleiterin der Blutspende Graubünden, informieren lassen, wie es um die Blutspende im Kanton Graubünden steht.

Flexible Spender

«Wir sind in der glücklichen Lage, dass es in diesem Jahr noch zu keinem Blutengpass gekommen ist. Diese Situation verdanken wir unseren treuen Spendern, die wir teilweise auch äusserst spontan per Telefon aufbieten können und umgehend den Weg ins Spendezentrum auf sich nehmen», sagt Sonja Heer.

Dieser Umstand ist alles andere als selbstverständlich. Schweizweit betrachtet werden täglich rund 800 bis 900 Spender pro Tag benötigt. «Herunter gebrochen auf unser Zentrum in Chur, sind wir auf rund 140 Blutspender pro Woche angewiesen. «Gerade für die bevorstehenden Sommermonate ist es wichtig, dass wir frühzeitig genügend Vorräte generieren, schliesslich fahren viele Spender in den Urlaub und stehen nicht mehr spontan zur Verfügung.»

Sollte es dennoch einmal zu einem Engpass kommen, wird via Radio und Zeitung zum Spenden aufgerufen. «Zusätzlich funktioniert die Zusammenarbeit mit den Blutspendezentren St. Gallen, Luzern und Zürich reibungslos und wir helfen einander so gut wie möglich aus», sagt Sonja Heer.

Was geschieht mit meinem Blut?

Generell haben sich die Operationstechniken verbessert und heute wird einem Patienten nicht mehr so früh wie früher Blut übertragen. Einem Patienten werden nur noch die Blutbestandteile übertragen, die er auch tatsächlich benötigt. «Das bedeutet, dass das Blut nach einer Spende zuerst verarbeitet wird. Es wird in rote Blutkörperchen, Plasma und Blutplättchen aufgeteilt und der Patient erhält dann nur diesen Bestandteil, den er auch wirklich benötigt,» erklärt Sonja Heer.

In Anbetracht dessen, dass die Blutplättchen gerademal sieben Tage haltbar sind, ist das regelmässige Blutspenden auch heute noch eine notwendige Tätigkeit, die Leben rettet. (bae)

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