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«Acht-mal-15» Newcomer in Chur

Um Newcomern den Start in das Musik-Business zu erleichtern, gibt es Events wie 8x15. Sie werden ausgesucht, eingeladen und erhalten die Gelegenheit ihr Können vor einem Publikum unter Beweis zu stellen. Danilo Bavier von RTR erzählt RSO-Moderator Dario Linder, was das Publikum am Freitagabend ab 18:30 Uhr auf dem Arcas Platz erwarten kann.

Dario
Linder
Donnerstag, 13. Juni 2019, 12:00 Uhr 8x15 am Arcas Rock
Acht Schweizer Newcomer dürfen ihr Können auf der Arcas Bühne unter Beweis stellen.
OLIVIA ITEM

8x15 – zwei Zahlen und es geht um Musik. Das sagt noch nicht viel aus. Kannst du mal das System von 8x15 erklären?

Das sind acht neue, zum Teil noch unentdeckte, Schweizer Bands, die an einem Abend jeweils 15 Minuten auftreten. Diese Acts und Bands sind querbeet zusammen gemischt. Alle sind Newcomer. Daraus entsteht ein richtiger «Clash» von verschiedenen Musik-Stilen und das macht es interessant. 8x15 ist kein Contest. Diese acht Bands treten einfach nacheinander für jeweils 15 Minuten auf, dann gibt eine kurze Umbaupause, wo man sich etwas zu trinken holen kann und die Bands kurz besprechen können. Und dann geht es auch schon weiter.

Was noch lustig ist, vor der Bühne hängt ein Vorhang. Dieser geht auf, die Band steht auf der Bühne und auf den Screens daneben hat es eine Uhr, mit einem 15 Minuten Countdown. Und, ob die Bands fertig sind oder nicht, der Vorhang geht nach abgelaufener Zeit zu. Dasselbe nach der zehn-minütigen Umbauphase. Der Vorhang geht nach zehn Minuten auf, ob die Band bereit ist oder nicht, und die 15 Minuten laufen wieder.

Du hast von Newcomer-Bands gesprochen. Diese müssen ja erst entdeckt werden. Oder können sie sich anmelden? Wer sucht diese Bands aus?

Die suchen wir von RTR zusammen mit SRF und Couloir3 und auch mit den Tessiner Kollegen von RSI zusammen aus. Wir sind so ein Grüppchen und schieben uns diejenigen, die wir cool finden, gegenseitig zu. Man geht natürlich auch selber auch auf Entdeckungstour an Konzerte oder im Internet auf MX3. Dann stellt man die, die einem gefallen, zusammen und fragt sie an, ob sie kommen möchten.

8x15 gibt es nun ja schon ein paar Jahre. Da sind auch schon grosse Acts dabei rausgekommen, die eine ziemlich steile Karriere hingelegt haben, oder?

Ja, genau. 8x15 ist eine grosse Startrampe. Hecht war beispielsweise schon dabei oder auch Lo & Leduc und Dabu Fantastic. Die Liste ist noch ziemlich lange aber das sind die drei grössten, auf die wir schon ziemlich stolz sind.

Es hat auch rätoromanische Musik dabei. Einer davon ist auch schon in der Westschweiz aufgetreten. Hat es aktuell genug rätoromanische Musiker auf dem Markt? In letzter Zeit hatte ich das Gefühl es geht wieder ein bisschen aufwärts.

Das ist so. Aber wir sind nun mal nicht so gross, wie die Deutsch- oder Westschweiz, darum hat es eben auch weniger Musiker dabei. Es ist, wie du gesagt hast: manchmal läuft es besser und manchmal hat es eben auch weniger. Wir lassen aber lieber die auf die Bühne, die bereit sind. Sonst warten wir lieber noch ein Jahr. Aber es ist schon nicht ganz einfach. Man muss auch etwas haushälterisch mit ihnen umgehen und sie vielleicht auch mal bei SRF oder in der Westschweiz auftreten lassen. Deshalb ist die rätoromanische Musikbranche eher mit «klein aber fein» zu beschreiben.

Wie du gesagt hast, sind ja nicht nur Bündner und romanische Acts dabei, es machen auch einige aus dem Tessin mit. Ihr arbeitet da ja auch gezielt mit dem italienisch sprechenden Teil der Schweiz zusammen.

8x15 ist eine Co-Produktion, wie man so schön sagt. Die Ausgabe hier in Chur organisieren wir zusammen mit Rete 3. Und, wenn man die acht Bands so anschaut, ist es eine richtige «Tour de Suisse». Von Fribourg über Zürich durch die Ostschweiz und Graubünden bis dann wieder südlich ins Tessin. Und dann haben wir noch einen Spezialfall. Sam Himself kommt eigentlich aus Basel Stadt, wohnt im Moment aber in New York und kommt immer wieder für kurze Zeit in die Schweiz, um Konzerte für seine Kollegen oder so zu geben. 8x15 findet glücklicherweise gerade in diesem Zeitraum statt und somit haben wir auch noch einen sozusagen Halb-Internationalen Act. Er läuft aber immer noch unter «Schweiz» und spricht auch Mundart.

Das Gemisch der Bands basiert nicht nur auf den Herkunftsorten, sondern auch auf den verschiedenen Musik-Stilen. Also, wenn jemand findet «ich mag jetzt nicht einen ganzen Abend lang Rock hören», dann ist er am 8x15 eben richtig, weil dort ja wirklich fast jeder auf seine Rechnung kommt, oder?

Absolut. Wir haben wirklich ein grosses Spektrum im Angebot. Von Catalyst mit schönem «Hau-drauf-Rock» bis zu Animor aus dem Tessin, die eher Singer-Songwriter Musik macht. Diese Frau hat eine Stimme zum Verlieben. Dann haben wir aber auch noch Rap und Hiphop, wie auch Indie, Pop und Rock zu bieten bis hin zum neuen elektronischen Wunderkind, das wir auf der Bühne präsentieren dürfen.

Und das Ganze ist nicht mal wirklich teuer für Besucher.

Nein, es ist gratis und soll auch so sein. Das ist auch mein Grundsatz. Neuen guten Musikern muss man etwas Starthilfe geben. Dann ist es eben cool, wenn es gratis ist. So kommen die Leute eher. Und es lohnt sich absolut, wenn man das Line up anschaut. Es ist immer etwas schwierig, wenn man keinen Namen kennt aber dann steht man da und findet «he, das finde ich eigentlich noch cool» und dann beginnt man sie zu hören auf Spotify etc. und unterstützt die Künstler somit. Das ist unser Auftrag und das finde ich auch cool so.

Hast du einen Favoriten?

Das ist immer etwas schwierig, wenn man acht solche wunderbare Acts zusammen stellt und sich viel mit ihnen beschäftigt. Ich finde alle extrem cool. Wenn ich aber einen nennen soll, der so ein bisschen mein «Zückerchen» ist, dann ist es sicher Cella. Ich liebe elektronische Musik, ich liebe Burial, das ist so ein Musikgeist aus England, von dem ich schon sehr lange Fan bin und jetzt kommt irgendeiner aus der Schweiz daher und macht genau solchen Sound wie er, einfach noch etwas moderner und cooler. Bei ihm kann ich mir auch gut vorstellen, dass er wirklich gross wird.

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