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Erfrischender Jungbestand bei den Glarner Gämsen

Dem vorletzten Winter fielen im Glarnerland weit über 200 Wildtiere zum Opfer. Heuer überlebten beim Gamswild deutlich mehr Kitze und Jährlinge.

Martin
Meier
Montag, 03. Juni 2019, 04:30 Uhr Mehr Kitze überlebten
Drei Schnügel: Bei den Glarner Gämsen haben deutlich mehr Jungtiere den Winter überlebt.
MARCO BANZER

Es war ein trauriger Gang durchs sonst so wildromantische Limmerntobel oberhalb von Linthal – nach dem Winter 17/18: Auf Schritt und Tritt stiess Sämi Gantner auf Tierkadaver. Der für das südliche Grosstal verantwortliche Wildhüter zählte volle 30 Stück verendetes Steinwild. Zehn weitere tote Tiere fand er oben am Muttsee.

«Meine Wildhüter zählen vor allem bei den Gämsen deutlich mehr Kitze und Jährlinge.»

Der harte Winter forderte auf dem gesamten Kantonsgebiet unter den Steingeissen und -böcken 50 Tiere. Von der sogenannten Limmern-Kolonie, die im Frühjahr 2018 noch auf 120 Tiere geschätzt wurde, überlebten nur gerade zwei Kitze. Zusätzlich kamen im Glarnerland 150 Gämsen ums Leben. Einschneidend dezimiert hatte der harte Winter die Anzahl der Jährlinge. «15 Stück müssten es mindestens sein, deren sechs habe ich noch gezählt», sagte Gantner damals.

Tiere sind besser ans Futter herangekommen

Da liess auch der vergangene Winter 18/19 diesen Frühling nichts Gutes erwarten. Auch er war hart, weil kalt. Zudem sehr schneereich. Doch Christoph Jäggi, der kantonale Fischerei- und Jagdverwalter, beruhigt: «Meine Wildhüter zählten vor allem bei den Gämsen deutlich mehr Kitze und Jährlinge.» Warum dies so sei, wisse er nicht: «Möglich ist, dass die Tiere leichter ans Futter gelangten, weil es den Schnee mehr als üblich verblasen hat.» Ein weiterer Grund könnte laut Jäggi sein , dass heuer weniger Tiere in Lawinen umkamen als im Vorwinter.

Beim Steinwild habe noch keine Zählung stattgefunden, so Jäggi: «Für sie spielt sich der Winter weiter oben als bei den Gämsen ab.» Dort liege noch viel Schnee. Oberhalb von 2000 Metern sind es laut der Schneekarte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung noch zwei bis drei Meter.

Der Kanton ist und bleibt ein Wildpark

Das Glarnerland bleibt also ein Wildpark: Jäggi schätzt die Zahl der Hirsche und Hirschkühe auf 1000, diejenige der Rehe auf 1500 und die der Gämsen auf 4500 bis 5000 Tiere. Steinböcke und -geissen gibts laut dem Glarner Jagdverwalter noch rund 400.

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