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Mit Handarbeit gegen Plastikabfall

Menschen verbrauchen zu viel Plastik. Eine Tatsache, die mittlerweile jedem bekannt ist. Aber nicht jeder geht gleich damit um. Während die einen so weiterleben, wie bisher, setzen andere alles daran, ihr verhalten zu verbessern. Mit einer neuen Aktion von «Initiative Handarbeit» soll der Kampf gegen Plastik im Alltag gefördert werden.

Nadine
Hinder
Samstag, 01. Juni 2019, 04:30 Uhr «Make me Take me»
Mit selbstgemachten Taschen soll der Verbrauch von Plastiktaschen minimiert werden.
INITIATIVE HANDARBEIT

Es ist schon sehr praktisch: Man geht einkaufen, packt das Gemüse und die Früchte in Plastiksäcke, um sie zu wägen, geht später zur Kasse und packt dort alles nochmals in zwei bis drei Plastiksäcke, weil einer ja nicht stark genug ist. Somit sind schon mindestens vier Plastiksäcke gebraucht, die man mit einer eigenen mitgebrachten Tasche hätte vermeiden können. Genau diese Verschwendung soll mit der «Make me Take me» Aktion von Initiative Handarbeit umgangen werden.

Die Idee ist eigentlich ganz simpel. Man näht, strickt oder häkelt eine Tasche nach eigenem Schnittmuster oder nach einem von Initiative Handarbeit, bestellt sich kostenlos ein «Make me Take me»-Label, näht es auf die Tasche und fertig. Diese Tasche soll man dann entweder selber in die Welt tragen oder an andere verteilen, die versprechen in Zukunft diese Tasche zu brauchen und auf die Plastikalternative zu verzichten.

Mögliche Schnittmuster stellt Initiative Handarbeit kostenlos zur Verfügung.
INITIATIVE HANDARBEIT

Idee aus Deutschland

Initiative Handarbeit und somit auch die Idee für diese Aktion stammen aus Deutschland, sind mittlerweile aber in allen deutschsprachigen Ländern, wenn nicht weiter, vertreten. So auch in Chur. AHA-Mode macht bei der Aktion mit und bestellt fleissig «Make me Take me»-Labels, um sie an ihre Kunden weiter zu geben. «Ich bin sowieso jemand, der seit Jahr und Tag Nachhaltigkeit predigt und um Nachhaltigkeit bittet, deshalb kommt uns diese Aktion sehr gelegen», sagt Adriana Pianegonda, Inhaberin und Geschäftsführerin von AHA-Mode.

10'000 Labels sollten bis Ende 2019 verschickt werden und zu nachhaltigen Taschen gemacht werden – so das angesetzte Ziel von Initiative Handarbeit. Diese angestrebte Zahl wurde bereits nach wenigen Wochen erreicht und steigt stetig an. Zurzeit liegt die Zahl bei 19'131 verschickten Labels. «Also zahlenmässig haben wir gar keine Ziele. Im Gegenteil. Je mehr desto besser. Wir freuen uns über jede Tasche, die gemacht wird und über jede Plastiktasche, die wir nicht herausgeben müssen, weil die Kunden ihre eigenen Taschen mitbringen», so Pianegonda.

Was, wenn man eine will aber nicht nähen kann?

Auf diese Frage lacht Pianegonda. «Dann sucht man sich am besten jemand, der für einen eine Tasche macht», sagt sie. Die meisten ihrer Kunden nähen die Taschen für sich selber oder für Bekannte. Wenn ihre Kunden mehr Taschen nähen, als sie brauchen, schicken sie diese an Initiative Handarbeit, wo sie dann an der Stricknacht Ende September verteilt werden. Dies aber natürlich nur, wenn es tatsächlich so fleissige Näherinnen gibt.

Die Taschen, die die Mitarbeitenden von AHA-Mode nähen, behalten sie für sich selber und werden nicht verteilt. Es bestehen also noch folgende Möglichkeiten an so eine «Make me Take me»-Tasche zu kommen: Die Stricknacht Ende September besuchen und hoffen an eine Tasche zu kommen, sich auf die Warteliste setzen lassen oder eben doch im Bekanntenkreis lieb fragen, ob jemand bei der Aktion mitmacht und einem eine Tasche näht. Hauptsache man versucht die Welt gemeinsam ein kleines bisschen besser zu machen und den Verbrauch von Plastiksäcken zu minimieren.

Knapp 20'000 Taschen mit dem Label "Make me Take me" wurden schon gemacht.
INITIATIVE HANDARBEIT

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