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Bei den Maikäfern ist der Name Programm

Es ist Mitte Mai und damit stecken wir mitten in der Hochzeit der Maikäfer. Trotz der aktuell kühlen Temperaturen stolpert man in der Südostschweiz dann und wann über die braunen Insekten. Angst vor grossen Schwärmen an Maikäfern müsst Ihr aber nicht haben – 2019 ist kein Flugjahr.

Südostschweiz
Dienstag, 14. Mai 2019, 04:30 Uhr Dennoch heisst es aufatmen
Autoscheiben und Haare aufgepasst: Die Maikäfer sind wieder unterwegs.
PHILIPP WYSS

Sobald die Bodentemperatur ab Ende April über acht Grad steigt, schwärmen sie wieder aus: Die grossen Käfer mit braunen Flügeldecken, die Maikäfer. Ganz ihrem Namen getreu, sind sie besonders im Mai aktiv. Man kann aber auch bis im Juli noch über sie stolpern. In die Haare bekommt sie keiner gerne und auch die Blätter von Buchen oder Eichen dürften sich nur mässig darüber freuen, gefressen zu werden.

Die ersten Tiere sind den «suedostschweiz.ch»-Redaktoren bereits begegnet, mit einer Maikäferplage muss dieses Jahr in den Bündner und Glarner Tälern aber nicht gerechnet werden. Maikäfer fliegen nur etwa alle drei Jahre in grossen Mengen und 2019 fällt auf kein Flugjahr, wie aus einem Merkblatt des Plantahofs zu entnehmen ist. Der Grund dafür ist der Zyklus der Käfer, der im Normalfall eben diese 36 Monate dauert und in jeder Region anders ist.

2020 dürfte wieder ein Flugjahr werden

Man unterscheidet drei Flugjahre: Das Berner Flugjahr, das Urner Flugjahr und das Basler Flugjahr. Die Surselva, Teile des Unterengadins und das Val Müstair fallen in das Urner Flugjahr, das 2018 zuschlug. Glarus, das Prättigau, das Bündner Rheintal und das Domleschg liegen im Berner Flugjahr, das in der Südostschweiz damit am prominentesten ist und 2017 stattfand. Damals flogen die Maikäfer, um sich zu paaren und Eier zu legen, aus denen nur sechs Wochen später Engerlinge schlüpften.

2018 folgte das Hauptschadensjahr. Das Jahr, in dem die Engerlinge zwischen Juni und Oktober äusserst gefrässig sind und es auf Wurzeln von Gräsern und Jungbäumen abgesehen haben. Das führte im trockenen Sommer zu grossen Problemen für Bauern und Hobbygärtner. «In einem wüchsigen Jahr mit viel Niederschlag sieht man die Schäden viel weniger als wenn es trocken ist», sagte Gian Andrea Hartmann, Fachlehrer Futterbau am Plantahof, damals. Vor allem im Prättigau führte die Kombination von Trockenheit und Engerlingen zu grossen Ernteausfällen.

Solche Probleme dürften dieses Jahr glücklicherweise nur noch vereinzelt auftreten. Im dritten Jahr des Maikäfer-Zyklus schlagen die Engerlinge nämlich weniger lang und weniger intensiv zu - von Mai bis Juni. Anschliessend graben sich die ausgewachsenen Engerlinge in tiefere Erdschichten, wo sie sich verpuppen, um 2020 wieder in Massen auszufliegen. (rac)

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