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«Bitte nicht in der Salatschüssel meiner Kühe»

Landwirt Rudolf Schmid ist sauer: Vandalen haben übers Wochenende mit einem Auto die Wiese seiner Kühe am Glarner Sackberg verwüstet. Sie seien sich nicht bewusst, was sie für einen Schaden anrichten, vermutet Schmid.

Sebastian
Dürst
Dienstag, 07. Mai 2019, 04:30 Uhr Verärgerter Landwirt

Wer am Sackberg Landwirtschaft betreibt, muss Geduld haben. Die Wiesen der Alp liegen an der Strasse auf die Schwammhöhe, Velofahrer und Wanderer bewegen sich auf Wegen über das Land. «Wir sind hier in einem Naherholungsgebiet. Ich komme gut mit den Leuten aus, die sich hier bewegen», sagt Landwirt Rudolf Schmid.

Was aber zwischen dem vergangenen Freitagnachmittag und Samstagmorgen passiert ist, macht sogar ihn wütend: Im Schleipfen, wo im Frühling seine Kühe grasen sollen, hat jemand offensichtlich die Allrad-Fähigkeit seines Autos getestet. «Dafür braucht man sicher eine halbe Stunde», sagt Schmid, als er die vielen Reifenspuren im Gras betrachtet.

Die ganze Wiese ist von den Reifenspuren übersät, sie zerschneiden die Wiese. An manchen Orten ist das Gras nur niedergedrückt, in den steileren Hängen haben die Pneus das Gras aber samt Wurzel entfernt. Dort hat es jetzt nur noch braunen Dreck.

Der Bauer würde mit den Kühen nicht auf die Wiese

Auf der Wiese stampft Schmid mit einem Fuss auf. Nicht, weil er so wütend ist. Sondern weil er zeigen will, wie voll mit Wasser die Wiese ist: Das Gluckern ist deutlich hörbar. «Ich würde meine Kühe nie auf die Wiese lassen, wenn sie in diesem Zustand ist», sagt Schmid. Sie würden das Gras verletzen, wie es jetzt ein Autofahrer getan hat.

Der Landschaden sei nicht riesig, sagt Schmid. Aber es schaffe in mehrerlei Hinsicht unnötige Mehrarbeit. «Die Kühe fressen das dreckige Gras nicht mehr. Sie müssen sich das so vorstellen: Da ist einer einfach kreuz und quer durch die Salatschüssel meiner Tiere gefahren», sagt Schmid.

Mehr noch: Die Wiese wird durch diese Aktion verletzt. «Da wächst kein Gras, sondern Unkraut nach. Das bedeutet, dass wir mehr Arbeit investieren müssen, damit die Wiese wieder gesund wird.» Das sei hier oben schwieriger, weil der Schnee länger liegen bleibe als unten im Tal und die Saison so kürzer werde. Dabei handle es sich um eine der ergiebigsten Wiesen auf dem Sackberg, erzählt Schmid: «Die Milchmenge steigt, wenn meine Tiere hier weiden können.»

Ohne Zeugen sind die Täter fast nicht zu fassen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Wiesen am Sackberg von Auto-Vandalen verschandelt werden. «Vor allem im Frühling und im Herbst kommt das immer wieder vor», sagt Schmid.

Normalerweise halte sich der Schaden aber in Grenzen. «Sie fahren einmal hoch oder runter oder testen, wie schräg sie mit dem Auto fahren können.»

Landwirt Schmid war bei der Polizei, der Vorfall ist im Journal vermerkt worden. «Aber wenn es keine Zeugen gibt, kann man die Täter fast nicht finden», so Schmid. Er vermutet, dass die Täter gar nicht wissen, wie viel Ärger sie dem Landwirt schaffen, wenn sie eine Wiese so zerstören.

«Ich hoffe, dass ich sie mit diesem Aufruf dazu bringe, meine Wiesen in Ruhe zu lassen», sagt Schmid. Und wissend lächelnd ergänzt er: «Ich habe schon noch einen Plan B, wie ich die Übeltäter erwischen könnte. Aber den erzähle ich natürlich nicht, das soll eine Überraschung werden.»

Die Alp Sackberg gehört der Gemeinde Glarus, Schmid ist Pächter. Auch bei der Gemeinde sei man natürlich nicht erfreut über den wiederkehrenden Vandalismus, erzählt Schmid. «Wir arbeiten zusammen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden.» Eigentlich hoffe er aber, dass sich die Übeltäter freiwillig melden. Denn Landwirt Rudolf Schmid hat Geduld.

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Wie ich sehe haben Sie keinen Weidezaun gezogen, Sie haben Ihr Eigentum so nicht angezeigt und nicht geschützt. Bei Milchkühen genügt u. U. ein einzelner E-Draht bei mind. 2 kV und ich empfehle Ihnen zu umzäunen sowie ein Schild am Draht anzub. Mit freundlichem Gruß P. L.