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Wenn man an fremde Haare und Gesichter ran darf

Wenn man an fremde Haare und Gesichter ran darf

Wie wird man Stylistin und kommt damit sogar zum Film? Eine junge Bündnerin erzählt im Gespräch bei Radio Südostschweiz von ihrem aussergewöhnlichen Beruf.

20.03.19 - 04:30 Uhr
Aus dem Leben

Am vergangenen Wochenende wurde in Conters im Prättigau eine Szene aus einem Film gedreht. Mit dabei der Regisseur, acht Schauspieler, zehn Statisten, ein Kamerateam – und eine Bündner Stylistin. Angela Blumenthal heisst sie und ist 29 Jahre alt.

Kein Tag gleicht dem anderen

Als Stylistin sei sie sehr viel unterwegs und lerne viele verschiedene Menschen kennen, erzählt Blumenthal. Das sei etwas, das ihr besonders gut an ihrem Job gefalle. Es sei aber auch streng. Beim angesprochenen Filmdreh beispielsweise seien es lange Tage und vor allem auch eine lange Vorarbeit gewesen. «Dazu gehört, dass ich das Drehbuch lese, mir Gedanken zu den Charakteren mache, Portfolios erstelle, diese mit dem Regisseur und den Schauspielern bespreche und so weiter», so die 29-Jährige. Neben solchen aussergewöhnlichen Anfragen kann man Blumenthal für Fotoshootings oder private Anlässe wie Hochzeiten buchen.

«Das mache ich noch vor 30!»

Sie habe schon sehr früh mit dem Gedanken gespielt, einmal Stylistin zu werden. Bereits mit 14 Jahren hatte sie diesen Traum, den sie sich im letzten Sommer verwirklichte. Sie schloss ihre Ausbildung in Zürich ab und machte sich selbstständig. Es gebe zwar sehr viel Konkurrenz in dieser Branche, in Graubünden allerdings kaum. Ihr Vorteil sei es, dass sie nicht nur im Bereich Make-Up, sondern auch Styling arbeitet, also das «Rundum-Paket» mitbringt. «Es läuft sehr viel über Kontakte und persönliche Empfehlungen», meint die Churerin. Trotzdem: Zu hundert Prozent davon leben kann sie im Moment (noch) nicht.

Ohne Social Media läuft nichts

Social Media sei für sie ein Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite müsse sie immer «up to date» bleiben, was nicht immer ganz einfach sei. Oft fehle die Zeit um Bilder oder Stories zu veröffentlichen. Andererseits handle es sich bei Social Media um eine preiswerte Variante um Werbung zu machen – auf diese ist sie als Selbstständige angewiesen ist.

Solche Posts – im Original von Christa Rigozzi – seien für Angela Blumenthal Gold wert. Bereits kurz nach Veröffentlichung dieses Bildes auf Social Media folgte eine Styling-Anfrage der nächsten.

Dieses Bild zeigt übrigens auch gleich den bisherigen Karriere-Höhepunkt, wie sie sich mit einem Lächeln erinnert. «Ich war sooo nervös», sagt sie und beschreibt damit die Situation, als sie vor einem Werbedreh Christa Rigozzi schminken durfte. Es sei eine super Erfahrung gewesen und habe sie ein grosses Stück weitergebracht.

Und gleich noch ein Promi

Sie schaue schon seit immer die VOX-Sendung «Shopping Queen», weshalb ihr grosses Vorbild in Sachen Styling nicht erstaunt: Es ist dessen TV-Moderator und Style-Experte Guido Maria Kretschmer. Durch eine Wettbewerb-Teilnahme bekam sie die Chance, ihn persönlich kennenzulernen. Als es dann soweit war, konnte sie es kaum glauben: «Ich habe ihm am Schluss dann auch noch eine Visitenkarte gegeben.» Bis jetzt habe er sich zwar noch nicht gemeldet, aber wer weiss, was die Zukunft noch bringen mag.

Hier findet Ihr die Webseite von Angela Blumenthal.

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