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Wolf: Keine Schäden an Nutztieren erwartet

Und wieder streift ein Wolf durch das Glarnerland. Beim Tier von Filzbach handelt es sich um die vierte gesicherte Sichtung im Kanton.

Martin
Meier
Dienstag, 26. Februar 2019, 04:30 Uhr Wolf im Glarnerland
Ertappt: Mit leuchtenden Augen präsentiert sich dieser Wolf oberhalb von Filzbach in der Fotofalle.
PRESSEBILD

Die Glarner haben keine Angst vor dem «bösen Wolf». Ausser den paar wenigen Angstmachern, die das Raubtier am liebsten wieder dorthin verbannen möchten, von wo es gekommen ist – schweigend dazu, dass das Tier auch im Glarnerland einmal heimisch war, bevor es ausgerottet wurde.

In Filzbach tappte vergangene Woche nun wieder ein Wolf in eine Fotofalle. Diese sei von einer Privatperson neben einem gerissenen Reh aufgestellt worden, erklärt Christoph Jäggi. Der kantonale Fischerei- und Jagdverwalter kann über das Geschlecht und die Herkunft des Wolfes allerdings noch keine Angaben machen. Auch nicht darüber, ob der Wolf das Reh gerissen hat.

Es werden keine Schäden an Nutztieren erwartet

«Aufgrund der Erfahrungen in anderen Kantonen ist im Winter kaum mit Schäden an Nutztieren zu rechnen», erklärt Jäggi weiter. «Schäden treten vor allem während der Weidezeit auf.» Seit einigen Jahren könnten sich die Nutztierhalter zudem an Herdenschutzberater wenden, um Präventivmassnahmen zu ergreifen. «Und», ergänzt der Jagdverwalter, «am 28. April wird zusätzlich eine Informations-veranstaltung zum Thema Herdenschutz für Kleinviehhalter und Älpler durchgeführt».

Rückblick auf die jüngere Glarner Wolfs-Geschichte

Im Juni 2014 wird im Glarnerland seit Ende des 18. Jahrhunderts erstmals wieder ein Wolf nachgewiesen. Auf der Alp «Usser Wiggis» oberhalb von Näfels reisst das Tier mehrere Schafe. Derselbe Wolf wird später in Schlieren von einem Zug überfahren. Im September 2016 gelingt Jäger Toni Keller oberhalb von Mollis der Schnappschuss seines Lebens. Drei Meter vor ihm taucht ein Wolf auf.

Im Januar 2017 gelingt es, erneut einen Wolf zu fotografieren Das Tier taucht oberhalb von Mollis auf. Später entdeckt ein Autofahrer vermutlich denselben Wolf nochmals in der Nähe von Sool. Es konnte allerdings nicht festgestellt werden, ob es sich beim Wolf um das gleiche Tier handelt, das im September 2016 von Toni Keller gefilmt worden ist. Jenes Tier ist im Nachhinein als Rüde aus der italienisch-französisch-schweizerischen Alpenpopulation identifiziert worden.

Christoph Jäggi kann keine Angaben darüber machen, ob der aktuelle Wolf im Glarnerland heimisch wird. In einer Nacht kann ein Wolf bis zu 80 Kilometer zurücklegen. 1995 wurden in der Schweiz erstmals Wölfe nachgewiesen, die ursprünglich aus Italien stammen. Im bündnerischen Calandagebiet hat sich in der Folge erstmals ein Rudel gebildet.

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