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Leidenschaftliches Flechten und Schreiben

Leidenschaftliches Flechten und Schreiben

Ein kalter Winterabend, ein mit interessierten Besuchern gefülltes Schulzimmer und zwei gestandene Männer, die von ihrer Passion erzählen: ein guter Mix für einen spannenden Einstieg ins Wochenende.

Südostschweiz
vor 2 Jahren in
Aus dem Leben
Korbflechter Reinhold Bless (links) und Emil Zopfi diskutieren über Körbe.
MARGRITH NEERACHER

von Margrith Neeracher

Begegnungen, zufällig oder nicht, machen das Leben spannend. Sie beeinflussen uns bewusst oder unbewusst und steuern damit das Leben. Reinhold Bless, der gelernte Kaufmann, liess sich bei einem Besuch bei Emil Zopfi für dessen handgeflochtenen Körbe und das Handwerk dahinter begeistern.

Mittlerweile ist er Korbflechter aus Leidenschaft. Ruhig, fast schüchtern, erzählt Reinhold Bless von seiner persönlichen Geschichte, seinem Handwerk und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Die Zuhörerinnen und Zuhörer spüren die Leidenschaft, das Herzblut zu seinem Handwerk hinter seinen verständlichen, einfachen Worten. Als einer der wenigen Korb- und Flechtwerksgestalter der Schweiz betreibt er ein aussterbendes Handwerk.

Noch heute riecht Emil Zopfi an den ausgetrockneten Weiden, am Schilfrohr oder an den Binsen seiner selbst gemachten Körbe und lässt sich zurückversetzten nach Kalabrien. In Italien machte er auf der Strasse die Bekanntschaft mit Sebastiano, dem Korbflechter. Sebastiano kam nach einem längeren Arbeitsaufenthalt in den USA zurück in seine Heimat. Dies zum Teil, weil er in New York keine Weiden zum Flechten fand. Er, einer der letzten Korbmacher in Kalabrien, liess Emil Zopfi an seiner Leidenschaft teilhaben und zeigte ihm die Finessen seines Handwerkes.

In seinem neuen Buch erzählt Emil Zopfi von Menschen, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet haben, manche über längere Zeit, manche auch kurz. Da ist die Rede von Jürg, dem Spengler und Künstler mit dem Blick für die Proportionen. Er packte bei der Renovation des Hauses in Schwändi mit an und drückte diesem seinen Stempel auf.

Auch von Faezeh handelt ein Kapitel. Die Iranerin, welche als Studentin bei Zopfis in Zürich wohnte, war der eigentliche Grund, weshalb die Familie Zopfi nach Italien reiste und dort eben Sebastiano kennenlernte. Gastgeber des Abends waren die Bibliothek Kerenzen und das Kulturforum Brandluft.

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