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Unfälle beim Schlitteln: Bergbahnbetreiber raten zur Vorsicht

Im Linthgebiet ist Hochsaison für Schlittenfahrer. Doch Unfälle mit Schlitten häufen sich: Das Spital Linth verzeichnet eine deutliche Zunahme. Im Atzmännig gab es heuer bereits zwei Unfälle mit Knochenbrüchen.

Ramona
Nock
Donnerstag, 14. Februar 2019, 17:24 Uhr Mehr Verletzte
Spass beim Schlitteln: Ein lustiges Trio fährt in Amden den Berg hinab.
BILD MARKUS TIMO RÜEGG

Mit viel Tempo einen schneebedeckten Hang hinuntersausen: Schlitteln ist beliebt. Gerade jetzt während der Sportferien dürften besonders viele Familien einen Ausflug auf die Schlittelpiste ins Auge fassen. In der Region locken gleich mehrere Schlittelbahnen in die Berge: etwa im Atzmännig, auf der Alp Egg in Gommiswald oder im Skigebiet Amden.

Doch was leicht vergessen geht: Schlitteln birgt Gefahren. Wer die Geschwindigkeit überschätzt, für den endet das Abenteuer schnell mit bösen Verletzungen. Schweizweit ereignen sich jedes Jahr bis zu 7000 Unfälle mit Schlitten, vermeldet die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Auch im Linthgebiet gab es heuer schon Verletzte: Unfälle mit Schlitten seien mittlerweile fast häufiger als Unfälle auf den Skiern, heisst es vom Spital Linth.

Im Atzmännig haben sich in der laufenden Saison zwei Schlittler schwer verletzt. Einer hat sich den Fuss, ein anderer einen Lendenwirbel gebrochen. «Hinzu kommen kleinere Unfälle mit Prellungen, Schnittwunden oder aufgeschlagenem Kinn», sagt Geschäftsführer Roger Meier. Auf 10 000 Schlittelfahrten in der laufenden Saison betrachtet sei dies jedoch ein kleiner Anteil – «auch wenn natürlich jeder Unfall einer zu viel ist.» Seit der Eröffnung der Schlittelbahn vor drei Jahren gab es im Atzmännig jedes Jahr ein bis zwei Unfälle mit Knochenbrüchen.

Helme und Bremshilfen

Um Unfälle zu vermeiden, gibt es im Atzmännig klare Empfehlungen an die Besucher der Schlittelbahn: Kinder unter acht Jahren sollten nur in Begleitung Erwachsener auf die grosse Schlittelpiste. «Zudem raten wir dringend zu einer guten Winterbekleidung, Helm und festen Schuhen», sagt Meier. Wer unsicher sei, erhalte kostenlose Bremshilfen, die an den Schuhen montiert werden könnten. «Eisennoppen an einem Kunststoffbügel erleichtern das Bremsen», sagt Meier. Zudem sei an jedem Schlitten, der ausgeliehen werde, ein elastischer Riemen angebracht: Am Bein fixiert, verhindert dieser, dass nach einem Sturz ein herrenloser Schlitten in voranfahrende Personen fährt und andere verletzt.

Grundsätzlich seien die meisten Schlittenfahrer gut ausgerüstet, sagt Roger Meier. Ausnahmen seien oft Städter, die vielleicht ein- bis zweimal im Winter einen Ausflug in die Berge machen würden. «Manchmal sehen wir Gäste, die sich in Jeans, Turnschuhen oder mit freien Knöcheln zum Schlitteln aufmachen wollen», macht Meier ein Beispiel. «Schlitteln kann doch jeder» – dies sei ein falsches, verbreitetes Klischee, das dem Wintersport anhafte.

Selber mitdenken

Die Verantwortlichen von Schlittelpisten der Region appellieren an die Vernunft ihrer Gäste. «Wenn jemand bei uns einen Schlitten ausleihen will und ein Kind ohne Helm dabei hat, sprechen wir das an», sagt Kilian Wicki vom Bergrestaurant auf der Alp Egg. «Wir können aber niemandem vorschreiben, einen Helm zu tragen.» Unfälle mit Schlitten gab es auf der Alp Egg in den letzten drei Jahren keine. Ähnlich äussert sich Vreni Rüdisüli von den Sportbahnen Amden. Die richtige Ausrüstung sei wichtig – aber Sache jedes Einzelnen. «Würden wir darauf bestehen, müssten wir auch Helme vermieten.»

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