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So (schlecht) schlägt sich eine Automatikfahrerin

Seit 1. Februar dürfen neu Personen, die mit einem Automaten die Fahrprüfung absolviert haben, hinter das Steuer eines handgeschalteten Autos. Wir haben den Selbstversuch gewagt. Ein Erfahrungsbericht.

Nadia
Kohler
Samstag, 02. Februar 2019, 04:30 Uhr Die neue Regelung im Test
Ramona Brüniger ist zum ersten Mal mit einem geschalteten Auto gefahren - mehr oder weniger erfolgreich.
NADIA KOHLER

Lange wurde darüber diskutiert, jetzt ist der Tag gekommen. Seit 1. Februar dürfen auch auf Automatik gelernte Autofahrer handgeschaltete Autos fahren. Gemäss Bundesamt für Strassen kann die entsprechende Änderung im Ausweis beim Strassenverkehrsamt veranlasst werden. Lediglich bei gesundheitlichen Problemen (bspw. bei Personen, die die Kupplung nicht bedienen können) ist dies nicht möglich.

Mir, als Besitzerin eines handgeschalteten Autos, treibt diese Vorstellung Schweissperlen auf die Stirn. Ok, primär darum, weil ich doch tatsächlich RSO-Moderatorin Ramona Brüniger ans Steuer lasse. Die gute Dame machte ihren Fahrausweis mit einem «Automaten». Sie ist echt eine Sympathische, aber Fridolin – ja, so heisst mein Auto – ist mir heilig! Seis drum, was haben wir zu Hause schliesslich gelernt? Wir geben jedem eine Chance!

«Aaaaaaaaah!»

Ramona wirkt beim Einsteigen ins Auto nervös. Ich bin es ebenfalls. Zunächst stellt Ramona ein paar lustige Fragen. Kein Wunder bei so vielen Pedalen. Ich versuche, mir meine Panik nicht ansehen zu lassen, rufe unserer Kamerafrau zur Sicherheit aber nochmals zu, dass sie doch besser etwas weiter weg von der Fahrbahn Platz nimmt, um das Spektakel zu filmen. Sicher ist sicher!

Ramona lasse ich mal probieren. Mein Fridolin wird hoffentlich nicht sogleich in Flammen aufgehen. Ramona startet den Motor, es ruckelt – und fertig. Ok, nun versuche ich es mit einer «Bedienungsanleitung». Gar nicht so einfach. Die Abläufe sind bei mir automatisiert. Wie treffend.

Der erste Fahrversuch.

Und dann der nächste Schreck – jetzt muss geschaltet werden. Bei voller Fahrt – ok, im Schritttempo – erkläre ich ihr im Eiltempo, wie man in den zweiten Gang schaltet. Schon folgt die nächste Hürde. Himmel, meine Nerven! Das Ausfahrtstor der Garage kommt näher, Ramona muss bremsen! Sie ist «tiffig» mit lernen und hält wenige Meter vor der dem Tor. Puuhh. Ich atme sichtlich erleichtert aus.

Ohne Fahrstunden wirds wohl gefährlich

Platzwechsel. Ich traue ihr die Fahrt aus der Garage noch nicht oder nicht mehr zu. Wenige Sekunden später stehen wir auf dem Aussenparkplatz des Medienhauses und wechseln erneut den Platz. Mal schauen, ob wir eine Runde ums Haus drehen können. Und tatsächlich: Ramona fährt! Und sie macht sich nicht schlecht. Als wir nach zwei Runden zum Retourfahren ansetzen, kommt die nächste Hürde. Offenbar ist es schwieriger als das Anfahren. Es ruckelt ein paar Mal heftig und wir stehen. Nach zwei weiteren Versuchen klappts dann reibungslos.

Ich bin zwar sichtlich froh, dass mein Auto noch ganz ist, gleichzeitig aber auch durchgeschwitzt. Nach nur gerade mal zehn Minuten! Gesetz hin oder her: Ich empfehle Ramona noch mindestens ein/zwei Fahrstunden und parkiere mein Auto wieder ein. Und Ramona? Sie wirkt merklich erleichtert und gibt offen zu, dass sie sich definitiv nicht trauen würde, ohne zusätzliche Fahrstunden auf der Strasse zu fahren.

Findet Ihr das neue Gesetz gut?

Ja, ein geschaltetes Auto zu fahren, ist doch nicht so schwer
10%
Katastrophal! Einfach unverantwortlich!
90%
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Ich habe vor vielen Jahren auf dem Schalter die Prüfung gemacht, genau aus diesem Grund, dass ich in Zukunft fahren kann was ich will.
Seit mehr als 20 Jahren aber fahre ich Automat.
Die Umstellung zu einem Schalter kann ich rasch machen, denn ich weiss, zum Starten entweder den Gang raus oder die Kupplung drücken.
Das schwierigste ist wirklich, dass man den Schleifpunkt gut bekommt, sonst würgt man den Motor wieder ab. Diesen bekomme ich relativ gut, bei mir hapert es etwa eine Viertel Stunde mit dem Gang wechseln, denn ich komme ab und zu zu schnell von der Kupplung und dann ruckelt es, aber nachher läuft's nicht schlecht.
Darum würde ich auch solchen, die noch nie Schalter gefahren sind ein paar Fahrstunden nehmen, das kostet ja nicht alle Welt und die eigene Sicherheit und die der Andern steigt.
So das wär's. Ich wünsche allen eine gute Fahrt.
Mario

Hallo liebe Autofahrer
Ich bin Diabetiker und musste deswegen meinen Führerausweis abgeben.
Dass Automatiggetriebe Prüflinge auch Schaltgetriebe fahren dürfen ist für mich ein absolutes NoGo.
Man stelle sich vor, wenn die Aufmerksamkeit des oder der Fahrerin auf das Bedienennt der Schaltung gerichtet ist und somit nicht auf den Straßenverkehr, was da alles geschehen kann.
Einfach unverantwortlich.
Manchmal frage ich mich schon in welcher Welt wir leben.
Für mich ist das einfach wieder so eine Sache die nicht zu Ende gedacht wurde, denn ansonsten würden die Verantwortlichen sicher einsehen wie falsch ja sogar Lebensbedrohend so eine Erlaubnis wäre.
Gute und sichere Fahrt
Guido Gyssler

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