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Momente des Glücks in der dunkelsten Zeit

Momente des Glücks in der dunkelsten Zeit

Ein gewaltiger Schicksalsschlag hat die Familie Caviezel aus Scuol ereilt. Auf tragische Weise ist die älteste Tochter Larissa während einer Ferienreise in Italien verstorben. Das Südostschweiz-Christkind wollte in der dunkelsten Zeit ein wenig Trost Spenden.

Südostschweiz
vor 2 Jahren in
Aus dem Leben
Mit Pluto in Paris: Romina und Jolanda Caviezel lassen sich mit einer fröhlichen Disney-Figur ablichten.

Text von Fadrina Hofmann

Es ist der 21. Oktober 2018. Die Familie Caviezel ist auf der Heimreise ins Engadin.  Mutter Jolanda und die Töchter Larissa (14) und Romina (12) waren zwei Wochen in ihrem Wohnwagen auf einem Campingplatz am Comersee, Vater Daniel konnte immerhin eine Woche ebenfalls mit seinen «drei Frauen» Ferien machen. Auf der Rückreise klagt Larissa über Kopfschmerzen. Plötzlich, bei Chiavenna, bricht das Mädchen zusammen. Herzversagen. Obwohl die Rettung schnell vor Ort ist, kommt jegliche Hilfe zu spät.

Am Dienstag, 4. Dezember, sitzen Daniel, Jolanda und Romina Caviezel in ihrer Stube in Scuol und erzählen von dem Tag, an dem sie Larissa verloren haben. Ihnen gegenüber steht ein Fernsehteam von TV Südostschweiz. Doch es ist kein Besuch von Reportern, die eine Reportage über eine tragische Geschichte drehen wollen. Hier geht es um eine Überraschung. Nur Tochter Romina weiss in diesem Moment noch nichts davon. Und so hört sie zu, während ihre Mutter vom angeborenen Herzfehler von Larissa erzählt, der korrigiert werden konnte. «Was im Oktober geschehen ist, kam aus dem Nichts», sagt Jolanda. Vater Daniel schildert seine Gefühle zum Zeitpunkt der Tragödie. Ein paar Sekunden fliessen die Tränen. «Am Anfang war es schwer. Als die Ambulanz kam, waren wir erleichtert, Larissa in guten Händen zu wissen», erzählt Daniel, als er sich wieder gefasst hat. Ein Wunder konnten aber auch die medizinischen Fachkräfte nicht vollbringen. Die Familie musste zu dritt heimkehren.

Drei Tage ins Disneyland Paris

Romina sass neben ihrer Schwester im Auto, als diese zusammenbrach. Die zierliche Zwölfjährige hat nicht nur ihre grosse Schwester verloren, sondern auch ihre beste Freundin. «Sie haben alles zusammen gemacht», erzählt ihre Mutter. Die Antwort von Romina, was sie am meisten an ihrer Schwester vermisse, lautet dann auch leise: «Alles.» Moderatorin Corina Thöny nutzt diesen Moment, um den wahren Grund des TV-Auftritts zu verraten. «Wir möchten euch nach dieser schwierigen Zeit etwas schenken, etwas Zeit für euch», erklärt sie. Thöny zückt einen Gutschein: Die Familie Caviezel darf für drei Tage ins Disneyland Paris. Sie hatte den Ausflug eigentlich zu viert für den Frühling geplant. Aufgrund der hohen Kosten durch den Todesfall stand der Urlaub auf der Kippe. Und so meldeten Daniel und Jolanda sich beim «Südostschweiz»-Christkind.

Romina ist von der Überraschung völlig überrumpelt, weiss nicht, was sie sagen oder wie sie reagieren soll. Bereits zwei Tage später sitzt sie mit ihren Eltern im TGV nach Paris.  Mit dabei ist auch ein Kameramann. Er begleitet die Familie bis ins Hotel mitten im Vergnügungspark, filmt die ersten Stunden unterwegs mit Mickey und Co. und testet mit Romina sogar die höchsten Achterbahnen.

Abschalten und geniessen

Montag, der 10. Dezember 2018. Die Familie Caviezel ist wieder zurück aus den Ferien. Vater Daniel ist auf der Arbeit, Tochter Romina erzählt wohl gerade in der Schule von ihrem Abenteuer im Disneyland Paris, und Mutter Jolanda schwärmt vom tollen Kurzurlaub. Sie schildert die fröhliche Weihnachtsstimmung im Vergnügungspark, lobt das schöne Hotel und die reibungslose Reise dahin. «Für uns war es auch einmal spannend, hinter die Kulissen einer Fernsehproduktion zu blicken», sagt Jolanda. Die Familie habe diese Auszeit sehr genossen. «Vor allem Romina konnte einmal abschalten und geniessen», sagt Jolanda.

Larissa fehlt im Leben der Familie Caviezel sehr. «Man wird täglich mit ihrer Abwesenheit konfrontiert», sagt die Mutter. Dennoch hat der Alltag wieder Einzug gehalten. Auch wenn die Reise nach Paris nur zu dritt gemacht werden konnte – Larissa war in den Gedanken und im Herzen der Familie Caviezel immer dabei.

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