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150 Meter Rohr bleibt in den Anfängen stecken

Eine neue Revisionsleitung der ARA Bilten hätte gestern in einen Tunnel eingezogen werden sollen. Die Aktion musste jedoch frühzeitig abgebrochen werden. Das zeigt, wie schwierig das Vorhaben ist.

Südostschweiz
Donnerstag, 08. November 2018, 18:53 Uhr Schwieriges Vorhaben
Noch zieht es: Arbeiter der Spezialfirma Schenk AG transportieren eine neue Kunststoffleitung in einen vorbereiteten Tunnel.
SASI SUBRAMANIAM

von Sabrina Manser

Ein 150 Meter langes, mehrere Dezimeter dickes Rohr hängt über der Linth, Fotografen und Reporter beobachten gespannt das Spektakel vor Ort.

Die Abwasserreinigungsanlage in Bilten befindet sich seit Juli 2017 im Umbau. Die Anlage wird mit einem 49-Millionen-Franken-Projekt saniert und erweitert. Ein Teil des Projekts umfasst die Sanierung des Abwasserrohrs, welches von der Kläranlage unter der Autobahn bis in die Linth führt. Eine Viertelmillion wird für diesen Sanierungsteil investiert.

Dank einer Revisionsleitung soll die bestehende Ableitung zur Linth saniert werden können. Sie ist 150 Meter lang und besteht aus Kunststoff. Die einzelnen Teile des Rohrs haben die Bauarbeiter letzte Woche auf der einen Seite der Linth zusammengeschweisst.

Gestern war es soweit: Eine Spezialfirma hätte das neue Rohr einziehen sollen. Rund zwei Stunden sind dafür eingeplant worden. «Es handelt sich hier um eine Spezialarbeit, die nicht täglich durchgeführt wird», betont Alain Meyer von der Hunziker Betatech AG aus Aadorf. Er ist der Leiter des gesamten Kläranlageprojekts in Bilten.

Grossaufgebot für die Einführung

Ein Kran hebt die 20 Tonnen schwere Leitung in die Höhe und hievt sie über die Linth. Anschliessend beginnen die Bauarbeiter, das Rohr auf der anderen Seite des Flusses in einen bereits vorgebohrten Tunnel einzuziehen.

Es läuft jedoch nicht wie geplant: Nach sieben Metern bleibt das Rohr stecken. Es ist zu schwer und kann nicht weiter eingezogen werden. Das Projekt wird daraufhin abgebrochen. Es ist noch nicht ganz klar, warum das Rohr stecken geblieben ist. Nach Angaben des Projektleiters Alain Meyer ist entweder der Tunnelgang für das Rohr zu eng, oder es ist Material von der Tunneldecke abgebröckelt und hat so den Gang verstopft.

Daraufhin haben die Arbeiter das Rohr wieder zurückgehievt. Es wird nun wieder neben der Linth gelagert. Die Spezialfirma wiederholt die sogenannte Spülbohrung im Tunnel. Nächste Woche startet dann der zweite Versuch, das Rohr einzuziehen.

Dafür braucht es die Revisionsleitung

Das bestehende Rohr für den Ablaufkanal der Kläranlage ist bereits 50-jährig und nach Angaben des Projektleiters in einem schlechten Zustand. Um das bestehende Rohr zu sanieren, muss das Abwasser umgeleitet werden. Diese Funktion soll diese neue Revisionsleitung übernehmen. Auch bei künftigen Kontrollen wird das neue Rohr zum Einsatz kommen. Klaus Biermann, Betriebsleiter des Abwasserverbands Glarnerland, erklärt gegenüber TV Südostschweiz: «Die Revisionsleitung ist die preiswerteste Lösung, um das bestehende Rohr zu sanieren.»

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