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Todesfalle Zaun: Der Horror nimmt für Wildtiere kein Ende

Immer wieder erreichen «suedostschweiz.ch» Bilder von Wildtieren, welche ungewöhnlichen Geweih-«Schmuck» tragen. Das neuste stammt von Anfang Oktober aus dem Mittelprättigau. Die Gefahr für das Tier ist akut.

Mario
Engi
Dienstag, 09. Oktober 2018, 04:30 Uhr Verheddert
Die «Dekoration» auf dem Hirschgeweih ist nicht nur ungewollt - sie ist lebensgefährlich.
LESERREPORTER CHRISTIAN BARDILL

Christian Bardill aus Pany hat kürzlich auf Facebook das Bild eines Hirsches (siehe Titelbild) veröffentlicht. Das Tier trägt ungewöhnlichen «Schmuck» – nach einem Intermezzo mit einem Zaun.

Das Bild ist im bekanntesten sozialen Netzwerk mittlerweile über 300 Mal geteilt worden. Nicht, damit Freunde und Bekannte auf Facebook unterhalten werden – sondern als Appell. Zaunbesitzer sollen dafür besorgt sein, ihre Zäune sofort zu entfernen, sollten diese nicht mehr gebraucht werden. Denn für das Wild ist die Begegnung mit einem Zaun lebensgefährlich. Erschütternde Bilder verendeter Wildtiere untermauern in den Kommentarspalten die deutliche Aufforderung.

Eine riesengrosse Bitte an alle Zaunbesitzer.Die Zäune sofort entfernen,wenn keine Tiere sich mehr darin...

Gepostet von Christian Bardill am Mittwoch, 3. Oktober 2018

(Zu) oft kommt jede Hilfe zu spät

Gemäss dem Amt für Jagd und Fischerei Graubünden muss die Wildhut jährlich einige Dutzend in Schaf- beziehungsweise Viehzäunen verhedderte Wildtiere registrieren. Nicht selten kommt jede Hilfe zu spät.

Die Begegnung mit dem Zaun bringt diesen Rehbock in Lebensgefahr. Bild Amt für Jagd und Fischerei
Hier verheddert sich das Wild gleich doppelt. Bild Amt für Jagd und Fischerei

Laut Amt für Jagd und Fischerei könnten solche Unfälle vermieden werden – wenn Landwirte respektive das Alppersonal eben konsequent alle Zäune kontrollieren und unverzüglich jene Zäune abbrechen würden, die sie für den Moment nicht mehr brauchen.

Grosses Anliegen zum Wohl der Tiere

Das Amt für Jagd und Fischerei und das für den Tierschutz zuständige Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit fordern Bauern deshalb auf, Alp- und Weidezäune abzunehmen und für das Wild unerreichbar zu versorgen. Und sie danken jenen Bauern und Älplern, welche die von ihnen verwendeten Weidezäune entfernt haben. 

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Die Bauern wo im Herbst die Zäune nicht entfernen haben kein Internet. Also nützt dieser Aufruf nichts. Ab einen gewissen Nivo werden die Wildfallen entfernt. Bussen müssen einfach verdoppelt werden. Weidmannsheil