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Reich gedeckter Tisch am 1. August

Verschiedene Bauern öffneten am 1. August ihre Stalltüren und bewirteten zahlreiche Gäste beim Brunch. Zu ihnen gehörten auch Monika und Walter Zahner aus Betlis. Diese erwiesen sich, trotz Hitzesorgen, als professionelle Gastgeber.

Südostschweiz
Donnerstag, 02. August 2018, 04:30 Uhr Bauern öffneten ihre Türen

Von Barbara Schirmer

Hausgebackene Butterzöpfe, reich gefüllte Fleisch- und Käseplatten, Fruchtkonfitüren à la handmade, Tannschösslighonig, Birchermüesli und Wähen – den Gästen vom 1.-August-Brunch in Betlis stand ein reiches Angebot an Köstlichkeiten zur Auswahl. Die goldgelb gebratene Rösti verströmte ihren appetitanregenden Duft und am Freiluftherd sorgte Gastgeber Walter Zahner für knusprigen Speck und Spiegeleier.

Die Brunchbesucher fanden Schatten unter Sonnenschirmen und Sonnenzelten. Das Buffet wiederum war im Kuhstall untergebracht. Diesen putzten Monika und Walter Zahner bereits im Frühsommer auf Hochglanz. Eine Woche vor dem 1. August beginnt der Endspurt für die Brunchvorbereitungen. Zum Glück kann die Familie auf Freunde und Bekannte zählen, die ihnen zur Hand gehen.

Die Trockenheit trifft Monika und Walter Zahner hart. Nicht nur sämtliches Gras rund um ihren Betrieb in Betlis ist verdorrt, auch auf der Alp sieht es ähnlich aus. «Wir konnten den Heustock nur rund zu einem Drittel füllen. Also muss ich zwei Drittel meines Viehbestands verkaufen. Ich hoffe, dass ich so wenigstens für die restlichen Tiere genügend Futter habe», sagte Walter Zahner. Heute trifft er sich mit dem Viehhändler. Die Hoffnung auf Herbstgras hat er aufgegeben. Ein Blick über die Wiesen rund um den Brunchplatz untermauerte seine Worte. Von saftigen Matten war weit und breit nichts zu sehen.

Einhändig, wohlbemerkt

Nur wenige Gäste bekamen von dieser traurigen Seite des Sommers etwas mit. Ihre Sorgen wussten die Gastgeber aber auch gut zu verbergen. Sie schafften unermüdlich kulinarischen Nachschub herbei. Füllten Kaffeekannen, ersetzten Mostbeutel, schnitten Brot und tauschten Käse- und Fleischplatten aus. Dabei wechselten sie da und dort ein freundliches Wort und beantworteten geduldig Fragen. Wo die Tiere untergebracht seien, wollte ein Kind wissen. Walter Zahner verwies zu den Eseln auf der Weide und den Kaninchen in den Ställen. Dabei wendete er den Speck und schlug elegant die Eier auf. Einhändig, wohl bemerkt. Urchige Musik erklang aus den Lautsprechern und verlieh dem Anlass ein fröhliches Ambiente. Ganz so, wie es sich für einen Nationalfeiertag auf dem Bauernhof gehört. 220 Gäste weilten am Brunch, unter ihnen auch der Ammler Gemeindepräsident Markus Vogt.

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