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Menschenrechtspreis für eine engagierte Samnaunerin

Der Weimarer Menschenrechtspreis 2018 geht an eine Samnaunerin. Die Ordensschwester Lorena Jenal erhält die Auszeichnung für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauen und Kinder in Papua Neuginea.

Fadrina
Hofmann
Freitag, 13. Juli 2018, 04:30 Uhr Unermüdlicher Einsatz

Lorena Jenal ist mit vier jüngeren Brüdern in Plan-Samnaun aufgewachsen. Im Jahr 1979 reiste sie zum ersten Mal nach Papua-Neuguinea. Als Missionarin wollte sie dort eine Botschaft verkünden, «eine Botschaft von Lebensfreude und Lebensfülle», wie es auf ihrer Homepage heisst. Als Baldegger Schwester gehört Schwester Lorena dem Kloster der Franziskanerinnen in Baldegg (Luzern) an. Mittlerweile lebt sie seit über drei Jahrzehnten im östlichen Teil der Insel Neuguinea. Hier setzt sie sich mit ihren Mitschwestern für die Bedürftigen ein. «Vor allem die Frauen und Kinder liegen mir am Herzen», sagte sie vor einigen Jahren in einem Interview mit der «Südostschweiz». 

Gegen Hexenverfolgungen

Jetzt wird der unermüdlicher Einsatz von Schwester Lorena mit einem Preis gewürdigt: Sie wird für ihren Einsatz für die Opfer von Hexenverfolgungen in Papua-Neuguinea ausgezeichnet. Dies teilte die Stadtverwaltung Weimar (Deutschland) am Mittwoch mit. Die Entscheidung wird damit begründet, dass die Ordensschwester bei ihren Hilfsaktionen für Frauen in Gefahr vielfach ihr Leben riskiere.  

Der Vorschlag, Schwester Lorena zu würdigen, kam vom Katholischen Hilfswerk Missio. Sie werde bei ihrem Einsatz auch von hochrangigen Polizisten bedroht, «weil sie mit der Dokumentation eines Hexenprozesses die massiven Menschenrechtsverletzungen und die Tatenlosigkeit der Behörden angeprangert hat», zitiert die Deutsche Presse Agentur DPA. Schwester Lorena Jenal kämpft mit Rettungsprogrammen und Aufklärung gegen die Menschenrechtsverletzungen an. 

Weimar sichert Unterstützung zu

Nach Angaben der Stadt Weimar werden derzeit Frauen in 29 Ländern von Hexenverfolgung bedroht. «Die Stadt Weimar beehrt sich, eingedenk ihrer besonderen geschichtlichen Verantwortung und als Zeichen für all die namenlosen Opfer von Diktaturen und anderen Willkürherrschaften in der Welt, einen Menschenrechtspreis zu verleihen», heisst es auf der Internetseite von Weimar. Die Stadt ist unter anderem durch das NS-Konzentrationslager Buchenwald geprägt. 

Der Weimarer Menschenrechtspreis wird seit 1995 jährlich am 10. Dezember im Rahmen einer Festveranstaltung in Weimar verliehen und ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro ausgestattet. Schirmherrin des Preises ist die Journalistin Gundula Gause, die zusammen mit dem Vorsitzenden des Vergabebeirates den Preisträgern Urkunde und Skulptur beim Festakt überreichen wird.

Die Preisträger bekommen aber nicht nur eine Auszeichnung.  «Sie erhalten auch künftig die volle Unterstützung durch die höchsten Vertreter der Stadt, die sich mit weitreichendem Engagement für das Wohl und die Unversehrtheit der Preisträger einsetzen», heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt.

Mehr Infos: www.sr-lorena.ch

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