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Kater Jimmy ist längst kein Einzelfall

Wenn ein Haustier sein Zuhause verlässt und nicht mehr wiederkehrt, können sich Betroffene an die Schweizerische Tiermeldezentrale wenden. Mittlerweile kommt bei der Suche nach entlaufenen Haustieren aber auch moderne Technologie zum Einsatz.

09.11.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Die Schweizerische Tiermeldezentrale versucht, wieder zusammenzubringen, was das Schicksal voneinander getrennt hat.
Die Schweizerische Tiermeldezentrale versucht, wieder zusammenzubringen, was das Schicksal voneinander getrennt hat.
PRESSEBILD

Kater Jimmy (siehe unten) ist kein Einzeltäter. Bei Weitem nicht. In Graubünden wurden im laufenden Jahr laut der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) bereits 2722 Tiere als vermisst gemeldet. Im Kanton Glarus waren es 759. Und längst nicht jedes Haustier taucht wieder auf wie Kater Jimmy. Und schon gar nicht direkt vor seiner eigenen Vermisstmeldung.

Seit zehn Jahren setzt sich die STMZ dafür ein, vermisste Haustiere wieder mit ihren Besitzern zu vereinen. In dieser Zeit hat die Zentrale nach eigenen Angaben bereits 150'000 Vermisstmeldungen verarbeitet. Für das laufende Jahr rechnet sie mit schweizweit 22'000 Meldungen. «Allein im Spitzenmonat Juli sind 2789 vermisste Tiere bei uns gemeldet worden», sagt Geschäftsführerin Bernadette Christen. Die Website der STMZ verzeichnet wegen vermisster Haustiere jedes Jahr 1,3 Millionen Besucher auf ihrer Website.

Hunde müssen, Katzen sollen gechippt werden

Wie aber spürt die STMZ die verloren gegangenen Tiere wieder auf? Einerseits verfügt die Zentrale derzeit über 30'000 freiwillige Helfer, die bei einer Vermisstmeldung regional alarmiert werden. Und das Netzwerk der STMZ-Helfer wachse wegen solidarischer Nachbarschaftshilfe täglich, schreibt die Organisation weiter.

Werden Tiere gefunden, werden die Eigner direkt benachrichtigt, um diese mit dem Tier wiederzuvereinen. Und das völlig kostenlos, denn die STMZ sei eine Non-Profit-Organisation, die sich zu 100 Prozent über Spendengelder finanziere.

Was aber, wenn ein Tier nicht genau identifiziert werden kann oder wenn verschiedene Besitzer Anspruch auf ein Tier erheben? Hier helfe es, sein Tier mit einem Chip zu versehen. Bei Hunden ist dies laut der STMZ seit mittlerweile elf Jahren Pflicht. Bei Katzen hingegen nicht. Und hier liege das eigentliche Problem, schreibt die Organisation. Denn Katzen würden weitaus öfter ausreissen als Hunde und auch grössere Distanzen zurücklegen.

Moderne Technik für das Haustier von heute

Wer ein entlaufenes Tier finde, sei zivilrechtlich dazu verpflichtet, den Fund zu melden. Wendet man sich an die STMZ, ist diese Meldepflicht bereits erfüllt. Es empfiehlt sich aber, das gefundene Tier zur Polizei oder in ein Tierheim zu bringen. Beide können überprüfen, ob ein Tier gechippt sei, um so den Eigentümer zu ermitteln. Um die Tiere schneller wieder zu ihren Besitzern zurückzubringen, lohne es sich auch, gechippte Tiere der STMZ zu melden.

Die Zentrale geht bei ihren Bemühungen aber noch weiter und setzt mittlerweile auch Ortungstechnologie ein. So sei sie beispielsweise massgeblich an der Entwicklung des sogenannten «Petpointers» beteiligt gewesen – einem GPS-Ortungsgerät, das dem Tier mit einem Sicherheitshalsband angelegt wird.So könne der Besitzer sein Haustier bei Bedarf jederzeit mittels einer dazugehörigen Handy-App orten.

 

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